Das Tageselternzentrum 2019 in Zahlen
Das Tageselternzentrum wächst!
Die Tageseltern und der Datenschutz
Betriebsfest im Tageselternzentrum
Laternenfest im 11. Bezirk
Mein Start als Tagesmutter
Aktionstage zum Thema „Feuer“

Das Tageselternzentrum 2019 in Zahlen

Im Jahr 2019 gab es  wieder viele Neuanstellungen, aber es sind auch wieder Tageseltern in Pension gegangen, andere haben sich beruflich neu orientiert. Dennoch konnten wir die Zahl unserer angestellten Tageseltern bei knapp 78 Tagesmüttern und 3 Tagesvätern stabil halten.

Interessant ist auch, dass sich die Anteile von EfKÖ-Tageseltern, ehemaligen Tageseltern der Wiener Kinderdrehscheibe und den seit 2018 angestellten Tageseltern zu ziemlich gleichen Teilen die Waage halten.

 

Wie die Grafik zeigt, sind die Ganztagsplätze (GT) ab Juli gut angestiegen, die Halbtagsplätze (HT) zurückgegangen. Die Teilzeitplätze (TZ) nehmen den größten Anteil ein, das sind jene Betreuungsverträge, die zwischen 20 und 40 Stunden liegen.

Die Gesamtsumme aller Betreuungsstunden (sie lag 2019 bei rund 138.000 Betreuungsstunden) wird in 40-Stunden-Pätzen umgewandelt, damit sich die Auslastung einfacher darstellen lässt. Der Einbruch im Herbst zeigt den Schnittpunkt, an dem die „großen“ Tageskinder in den Kindergarten wechseln, und die neuen Tageskinder mit Eingewöhnung noch nicht Vollzeit anwesend sind. Aber bis zum Jahresende konnten wir die Anzahl der betreuten Kinder deutlich erhöhen, um ganze 50 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2018. <

 

 

Das Tageselternzentrum wächst!

Das Jahr 2019 war wie kein anderes stark geprägt von vielen Bewerbungen und Neuanstellungen im Tageselternzentrum. Mit insgesamt 19 frisch angestellten Tageseltern haben wir 85 neue Betreuungsplätze geschaffen und auch unseren Anteil an Männern in diesem Beruf erhöht. Bislang war unser Tagesvater im 3. Bezirk allein auf weiter Flur, seit 2019 hat er zwei neue Kollegen.

Projekt AQUA:

Im Februar 2019 endete auch das Projekt AQUA in Zusammenarbeit mit dem AMS Wien: ein Lehrgang der Wiener Kinderdrehscheibe, der ausschließlich für Personen geöffnet war, die den Beruf Tagesmutter oder Tagesvater anstreben.

Der Abschluss dieser Ausbildung ist ein anerkanntes Zertifikat für Kindergruppenbetreuer*innen und Tageseltern nach dem Wiener Tagesbetreuungsgesetz. Die Besonderheit dieses Lehrganges war jedoch, dass im Vorfeld schon in Kooperation mit den anderen Anstellervereinen Personen ausgewählt wurden, die sich auf den Beruf der Tageseltern spezialisieren und auch die geeigneten Voraussetzungen dazu mitbringen. Wir konnten alleine aus dieser Ausbildung fünf Tagesmütter und einen Tagesvater anstellen! <

 

Die Tageseltern und der Datenschutz

Um zu klären, welche Auswirkungen die seit 25.5.2018 geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf den Arbeitsalltag unserer Tageseltern hat, fanden im Februar und März 2019 für die gesamte Belegschaft Vorträge zum Thema Datenschutz statt. Dem Referenten gelang es im Beisein unseres Datenschutzbeauftragten das sperrige Thema kompetent zu vermitteln und ihm manchmal auch heitere, bzw. erschreckende Seiten abzugewinnen, z. B. mit der Frage:

Wie gut kennt Sie ein Algorithmus bloß anhand Ihrer Likes?

70 Likes – besser als Freunde

150 Likes – besser als Eltern

300 Likes – besser als Partner

350 Likes – besser als man sich selbst

Wie gut wird er Sie also wohl kennen anhand von:

gesendeter Inhalte in WhatsApp

Bestellungen auf Amazon

Suchanfragen in Google

App-Daten vom Smartphone

geschriebenen E-Mails

Fotos

e-bay und Willhaben-Anzeigen

Unsere persönlichen Daten sind also eine begehrte Handelsware, mit der sich seitens der Internetgiganten sehr viel Geld verdienen lässt. Denn mit der Auswertung unserer persönlichen Daten können Konsumverhalten, Zugang zu wichtigen Dienstleistungen und soziale Interaktionen bis hin zu politischen Entscheidungen beeinflusst werden. Der missbräuchlichen Verwendung persönlicher Daten versucht die DSGVO nun bei Androhung hoher Geldstrafen einen Riegel vorzuschieben.

Wie lassen sich also die Vorgaben der DSGVO in Arbeitsalltag des Vereines und der Tageseltern praxistauglich umsetzen? Hier sind besonders drei sensible Bereiche hervorzuheben:

1. Ein Bereich beinhaltet die datenschutzkonforme Kommunikation sowohl zwischen Tageseltern und Verein, als auch zwischen Tageseltern und Eltern. Dieser beinhaltet auch Telefonate und den Austausch von SMS,  E-Mails und Dokumenten (Verträge, Kündigungen etc)

2. Da der Arbeitsort gleichzeitig der Wohnort der Tageseltern ist, stellen sich auch Fragen der sicheren Aufbewahrung von Dokumenten und Datenträgern (sowie deren zeitgerechter Löschung und Vernichtung).

3. Ein weiterer Bereich umfasst den Umgang mit Fotos von Tageskindern.

Niemand möchte sie missen: Die Fotos zur Erinnerung an gemeinsame Feste, Ausflüge, Geburtstage, oder auch den Schnappschuss, der den einen unwiederbringlichen Moment festhält. Im Zusammenhang mit Portfolio-Arbeit und Entwicklungsdokumentation sind Fotos in der Betreuung von Vorschulkindern sogar Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Dennoch stellen Fotos der gesamten Tageskindergruppe datenschutzrechtlich ein schwer zu lösendes Problem dar.

Auch Passwortsicherheit und das Erkennen von Fake-E-Mails (Stichwort Phishing) waren Themen des Vortrages.

Rückblickend lässt sich sagen, dass die Jahre 2018 und 2019 durch intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Datenschutz geprägt waren. Durch Diskussionen auf allen Ebenen des Vereins, Einbindung unseres Datenschutzbeauftragten Herrn Periny und unseres EDV-Spezialisten Herrn Pulos und Schulung unserer Tageseltern ist es gelungen, für die beschriebenen Problembereiche gute praktikable Lösungen zu erarbeiten. <

Betriebsfest im Tageselternzentrum

In unserem wundervollen Biedermeier-Innenhof in der Wehrgasse lässt es sich sehr gemütlich feiern! Darum haben wir 2019 unseren Betriebsausflug einfach in Wien belassen und ganz im Sinne eines gemütlichen Sommerausklangs einfach ein Betriebsfest unter dem Motto „Ausgesteckt is“ in unserem schönen Tageselternzentrum gefeiert.

Zur Begrüßung gab es ein Gläschen Sekt vom Weingut Weitz aus Förthof. Helma Weitz präsentierte ihre handverlesenen, exquisiten Weine aus dem Familienbetrieb in der Wachau, sowie einen fantastischen Sekt und schmackhafte, hausgemachte Liköre und Säfte. Zur kulinarischen Stärkung gab es ein rustikal ausgerichtetes Büffet mit selbstgemachtem Schweinsbraten, Fleischlaberl und was sonst alles so dazu gehört.

Der Spätsommer hat es gut mit uns gemeint – wir konnten den herrlichen Innenhof bis in die späten Abendstunden genießen. Unter Lampions und Kerzenschein klang das kollegiale Beisammensein aus. <

Laternenfest im 11. Bezirk

Doris Strobl, Tagesmutter

Das Laternenfest ist jedes Jahr ein Highlight für Kinder und Eltern. Meine Kollegin Merni und ich haben heuer gemeinsam in der Gärtnerei Jakubek im 11. Bezirk unser Laternenfest mit über 50 Gästen gefeiert! Eltern, Großeltern und Freunde ließen es sich nicht nehmen, die Kinder zu dem feierlichen und fröhlichen Fest zu begleiten. Wir machten einen Laternenumzug und sangen unsere einstudierten Lieder.
Danach gab es noch eine Aufführung seitens der Kinder mit anschließendem gemütlichen Beisammensein bei Lagerfeuer und Würstchen grillen! Es war ein schönes gelungenes Fest für Groß und Klein! <

Mein Start als Tagesmutter

Kerstin Schedina, Tagesmutter

Ich bin Kerstin, vierzig Jahre alt, und lebe und arbeite in der schönen Donaustadt. Mit Jänner 2019 schloss ich meine Ausbildung im Rahmen des AQUA-Projekts ab und seit 1.3.2019 betreue ich Tageskinder. Seither erfüllt es mich mit Glück und Stolz, bei „Eltern für Kinder Österreich“ im bestimmt schönsten und erfüllendsten Beruf der Welt „gelandet“ zu sein! Zu verdanken habe ich diesen Erfolg einer Kooperation der Institutionen WAFF, AMS und dem Ausbildner Wiener Kinderdrehscheibe. Ich durfte die geförderte, wohl strikt geraffte, dafür umso exklusivere Ausbildung zur Tagesmutter und Kindergruppenbetreuerin sogar über der Mindest-Stundenanzahl genießen – Praktikumsstellen und deren Organisation sowie den Kurs „Erste Hilfe am Kind“ eingeschlossen. Ich gehörte also zu den wenigen beneidenswerten Privilegierten, oder, wie unsere Ausbildungs-Leiterin zu sagen pflegte: Zur „Creme de la Creme“.

Entsprechend großartig vorbereitet hieß es also im Frühjahr: Durchstarten und ran an die Kids! Zunächst waren kilo-, nein, tonnenweise Einkäufe zu erledigen und das gesamte Haus auf den Kopf zu stellen. Einerseits natürlich um den Richtlinien der MAG ELF zu entsprechen, andererseits – und das ging ehrlicher Weise am eigentlichsten ins Geld – um dem eigenen „Gott! Wie ist das süß, das muss ich auch noch haben!-
Fördermaterial-Spleen Genüge zu tun. Man möchte meinen, ich hätte als Vierfachmama bereits genug davon gesehen – weit gefehlt! Nun gut, mochten die Kinderlein also kommen.

Und wie sie kamen und sich eines nach dem anderen mitten in mein Herz tanzten! Zwischen all der Freude über das viele Kinderlachen vergaß ich natürlich gleich erst mal das Wichtigste hier in dem Kuddelmuddel: Mich selbst! Öffnungszeiten? Ach was, wo ich gebraucht werde, bin ich natürlich da und – schwuppdiwupp – arbeitete ich, ehe ich mich´s versah, von 8.00 – 18.00 Uhr. Klassischer Anfängerfehler, zum Glück ist es mir dank meines besonders guten Verhältnis zu den Kindeseltern gelungen, das Ganze schon nach ein paar Wochen unter Kontrolle zu kriegen und zu einer „normaleren“ Arbeitszeit zu finden, nachdem ich bereits beim Morgenkreis auf meinem Sitzpolster mit der Ukulele in der Hand beinahe eingeschlafen wäre. Aber wie das in der Arbeit mit Kindern nun mal so ist: Der Lernweg endet nie, Erfahrungen kommen und gehen, und ich möchte sie nutzen, um das Beste aus ihnen zu machen – für mich selbst und damit auf direktem Weg für die Kinder.

Derzeit betreue ich fünf Kinder zwischen zwei und bald fünf Jahren, von denen eines mein eigener Sohn ist. Für ihn war die Umstellung vom Kindergarten nach Hause in Mamas Tageskinder-Gruppe eine größere, als erwartet. Zugegeben musste ich den Satz: „Mein Sohn war mein schwierigstes Eingewöhnungskind“ prägen, doch heute fühlt er sich Gott sei Dank puddelwohl inmitten der Kleingruppen-Rasselbande. Unser Jahresthema 2019 war das Thema „Achtsamkeit“, welches sich einerseits sehr gut in der Eingewöhnung mehrerer Kinder zugleich – im Sinne von „Achtsamkeit mit mir, mit meinem Nächsten und mit meiner Umgebung“ – umsetzen ließ, und uns andererseits auch ein guter Begleiter durch die gesamte Quartals-, Monats- und Einzelplanung war.  Zum Ende des Jahres trug unser Thema deutlich sichtbare Früchte – im Umgang der Kinder miteinander und auch im Umgang mit deren gesamten Alltag in der ihnen sodann bereits gewohnteren Umgebung hier in der Gruppe.

Ich freue mich außerordentlich auf viele weitere glückliche Jahre erfüllt von Spaß, Spannung und Freude! Denn es gibt eines, das kann man nicht planen: Den Zauber des Moments – dieser ist stets eine Überraschung, die uns nur die Kinder bereiten können! <

Aktionstage zum Thema „Feuer“

Gerda Washüttl, Tagesmutter

Nachdem das Thema Feuer in meiner kleinen Kindergruppe sehr beliebt und unter den Kindern oft besprochen wurde, habe ich mich dazu entschlossen, spontan zwei Tage dem Feuer zu widmen:

• Was kann man mit Feuer alles tun? 

• Wo sind die Gefahren bei Feuer?

• Was macht die Feuerwehr?

Die Idee war schnell da, ein Feuer „zum Anfassen“ zu basteln. Wir sammelten gemeinsam leere Küchenrollen, die unsere Holzscheite werden sollten und haben hier auch ganz nebenbei über Recycling und Umweltschutz in altersgerechter Weise gesprochen. Aus Moosgummi schnitten wir unsere Flammen aus, bemalten die Küchenrollen mit Farbe, ausgedruckte Bilder von Holzscheiben klebten wir auf die Öffnungen der Küchenrollen zwecks schönerer Optik und klebten schließlich alles passend zusammen. In der Mitte der „Flammen“ verblieb eine kleine Öffnung für ein batteriebetriebenes LED-Teelicht um das Ganze noch echter wirken zu lassen. Alle waren begeistert!

An einem Tag spielten wir, dass wir auf einen Campingurlaub fahren. Wir bereiteten uns spielerisch auf unsere „Abreise“ vor, indem wir mit dem Kinderspiel „Ich packe in meinen Koffer …“ Spielkärtchen mit Gegenstandsymbolen (Kleidungsstücke und Gegenstände wie Taschenlampe, Taschentücher etc….) in einen kleinen Spielkoffer einpackten und dann zum Campingurlaub „aufbrachen“. Mit vielen Liedern unterwegs und einer kleinen Jausenpause sind wir gut gelaunt am Campingplatz (Wohnzimmer) angekommen und haben dort Naturgeräusche angehört und viele Tiere nur nach ihren Geräuschen erraten (Naturklang CD), bevor wir unser Zelt aufgestellt haben. Es wurde schnell Abend (Vorhänge wurden zugezogen) und wir spielten Lagerfeuerholz sammeln. Ich habe dafür andere leere Küchenrollen im Zimmer verteilt versteckt und die Kinder suchten diese mit der Taschenlampe. Dann war es Zeit für unser selbst gebasteltes Lagerfeuer. Jedes Kind hielt einen Marshmello über die „Flammen“ und wir sangen lustige Lieder dabei.

Am zweiten Tag waren wir die Feuerwehr und haben gemeinsam aus leeren Plastikflaschen Feuerlöscher gebastelt und mit allen unseren Feuerstellen einen kleinen Parcours zusammengestellt. Die Kinder konnten nun, verkleidet als Feuerwehr-Männer und Feuerwehr-Frauen mit ihren selbst gebastelten Feuerlöschern im Slalom oder am bodenliegenden Seil balancierend losgehen um das Feuer zu löschen.

Für alle Kinder waren diese beiden Aktionstage voller neuer Informationen und viel Spaß. Immer wieder ist es mir eine Freude, die Themen der Kinder unmittelbar aufzugreifen und sowohl kreativ als auch spielerisch mit ihnen aufzuarbeiten. So lernen und spielen die Kinder mit vollster Begeisterung! <

« Inhaltsverzeichnis
Familienberatung »