Zahlen zur Tageselternbetreuung
Die Gründung des Tageselternzentrums
Berichte
Die Fortbildungsveranstaltungen für unsere Tageseltern

 

Zahlen zur Tageselternbetreuung

Im Jahr 2018 wurden bis zu 352 Kinder rund 12.000 Stunden im Monat von unseren Tagesmüttern und Tagesvätern betreut.

Dies macht für das Jahr 2018 insgesamt 130.880 Betreuungsstunden.

Leider verließen uns im Herbst neun Tagesmütter auf Grund von Pensionierung oder beruflicher Neuorientierung, sodass es von September bis Jahresende 2018 zu einem Wegfall von knapp 60 Kindern mit einem monatlichen Betreuungsaufwand von rund 10.000 Stunden kam.

Mit einer Anstellungsoffensive über den Jahreswechsel ins Jahr 2019 hinein machten wir aber diesen Verlust bereits wieder mehr als wett. So konnten wir noch 2018 drei neue Tagesmütter begrüßen und in den ersten Monaten des Jahres 2019 weitere neun sowie einen Tagesvater.

 

Die Gründung des Tageselternzentrums

„ … jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ (Hermann Hesse)

Am 1. Dezember 2016, nach einer etwa einjährigen Vorlaufphase, übernahm Frau DSA Helena Planicka, die Geschäftsführerin von Eltern für Kinder Österreich, anlässlich des Pensionsantritts der bisherigen Leiterin der Wiener Kinderdrehscheibe auch die Geschäftsführung der Wiener Kinderdrehscheibe. Wiederum ca. ein Jahr später, nachdem in diesem Zeitraum neue Teamstrukturen erarbeitet worden waren, wurden mit 1. Jänner 2018 die Tageselternbereiche beider Vereine zusammengeführt. Die Verwaltung und die Anstellung der Tageseltern und der Büromitarbeiter*innen der Wiener Kinderdrehscheibe wurde von EfKÖ übernommen.

Die Wiener Kinderdrehscheibe (im weiteren auch manchmal liebevoll KIDS genannt) blieb in den Bereichen Bildung und Beratung erhalten.

Die Vereinsstandorte im fünften und im sechszehnten Bezirk blieben bestehen und werden mit einem aus beiden Vereinen gemischten Mitarbeiter*innen-Stab betrieben.

Bereits im Laufe des Jahres 2017 war die Entscheidung gefallen, die Kindergruppen der Wiener Kinderdrehscheibe zu schließen bzw. in die Selbstständigkeit zu führen.Vor diesem Hintergrund erblickte am 1. Jänner 2018 als ein gemeinsames Kind von EfKÖ und KIDS das „Tageselternzentrum“ (kurz „TEZ“ genannt) das Licht der Welt.

 

Das TEZ besteht aus zwei Teams:

Der Bereich Pädagogik & Sozialarbeit hat vier Mitarbeiterinnen, die ihren Standort im fünften Bezirk, Wehrgasse 26, haben. Ihre Aufgaben sind:

• Begleitung und Beratung bei allen Fragen und Problemen, die im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung durch unsere Tageseltern auftauchen

• Vermittlung von Betreuungsplätzen bei Tageseltern

Der Bereich Verwaltung & Abrechnung hat zwei Mitarbeiterinnen im Büro im sechzehnten Bezirk, Ottakringer Straße 217-221. Deren Aufgaben sind:

• die Abrechnung der Fördergelder und Elternbeiträge

• allgemeine Administration (Dienstverträge und Betreuungsverträge)

• EDV & Datenschutz

Die Wunschvorstellung bei der Zusammenführung beider Vereine war, dass „das Beste aus beiden Welten“ zu etwas Neuem zusammenschmilzt. Das war gar nicht so einfach. Denn obwohl beide Vereine schon jahrelang in größtenteils gleichen Arbeitsfeldern sehr gut kooperiert hatten und ähnliche Werthaltungen vorherrschten, lag „der Teufel“ dann doch im Detail: Die Vereinheitlichung von ca. 50 Formularen (gefühlte 500!) und die Synchronisierung von vielen unterschiedlichen Abläufen sowohl im pädagogischen als auch im administrativen Bereich machten es für alle Beteiligten notwendig, von lieb gewordenen Gewohnheiten abzugehen, manchmal auf Bewährtes zu verzichten und Neues auszuprobieren. Das gab oft ein zähes Ringen in vielen langen Besprechungen. Eine größere Zahl an Mitarbeiter*innen, ein erweitertes Team und zwei Standorte machten auch neue Kommunikationsformen nötig. Neben all diesen Veränderungsprozessen lief die alltägliche Arbeit weiterhin reibungslos ab.

Wenn wir jetzt im Frühjahr 2019 auf die vergangenen zwei Jahre zurückblicken, dürfen wir alle sehr zufrieden sein. Die Zusammenarbeit klappt wunderbar. Viele Gespräche, gemeinsame Ergebnisse und Erfahrungen sowie einige Coachings haben das „Teambuilding“ sehr gefördert.

Auch die erfolgreiche Abwicklung neuer gemeinsamer Projekte mit dem Fachbereich Bildung der Wiener Kinderdrehscheibe, Bildungsforum genannt, wie z.B. der Ausbildungslehrgang speziell für Tageseltern und die Kooperationen bei der Vergabe von Praktikumsplätzen hat uns zusammengeschweißt.

Viele Tageseltern, die mittlerweile in den gemeinsamen Veranstaltungen und Fortbildungen die Gelegenheit hatten, einander kennenzulernen, teilen uns mit, dass sie „den frischen Wind“ und den Austausch mit neuen Kolleg*innen als Bereicherung empfinden. Für die seit Jänner 2018 neu angestellten Tageseltern ist das TEZ ja von Anfang an eine Selbstverständlichkeit gewesen. Beruhigend, dass Veränderung dann auch bald wieder zur Routine wird!

Das Fachteam  des Tageselternzentrums, von links nach rechts: Ruth Auer-Tischina (Sozialarbeiterin),
Dorrit Paul (Sozialarbeiteririn) , Edith Flandorfer (Pädagogin), Denise Zieser-Neumann (Pädagogin)

 

Berichte

Doppelt hält besser: Unsere zweite mobile Tagesmutter ist im Einsatz

 

Seit Februar 2018 verstärkt Frau Elisabeth Heinrich als zweite mobile Tagesmutter unser Team. Bereits im Jahr 2005 hat Frau Heinrich bei uns als Tagesmutter begonnen und viele Jahre engagiert und mit Begeisterung Tageskinder bei sich zu Hause betreut. Nachdem sie nebenberuflich die Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin begonnen hatte, nutzte sie die Möglichkeit für ein Jahr Bildungskarenz, in der sie die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat. Danach nahm sie eine Auszeit und sammelte Erfahrung in Erziehungsberatung und Einzelcoaching.

Als sich Frau Heinrich im Herbst 2017 entschlossen hatte, wieder als Tagesmutter zu arbeiten, war das der richtige Zeitpunkt für eine neue Herausforderung. Aufgrund der Zusammenführung der Tageseltern von KIDS und EFKÖ waren wir auf der Suche nach einer weiteren mobilen Tagesmutter. Nach erfolgreicher Absolvierung des Bewerbungsprozesses wurde sie schließlich im März 2018 den Tageseltern vorgestellt. Seither hat sie alle Kolleg*innen kennen gelernt und sie in vielen Situationen tatkräftig unterstützt. Gemeinsam mit unserer langjährigen mobilen Tagesmutter Frau Katharina Fink, ist Frau Heinrich für Begleitung, Unterstützung und Vertretung unserer Tageseltern verantwortlich.

Wir freuen uns sehr, dass sie sich so gut in diese sehr anspruchsvolle Tätigkeit eingearbeitet hat und von ihren Kolleg*innen bereits eifrig „gebucht“ wird.

 

Mein Start als Tagesmutter bei EfKÖ

Bericht von Sonja Bantsich, Tagesmutter im 23. Bezirk

Nachdem ich mir nach langem Hin und Her endlich meinen Wunsch erfüllt hatte, die Ausbildung zur Kindergruppenbetreuerin bzw. Tagesmutter zu machen, bewarb ich mich beim Verein als Tagesmutter. Zuerst schien es, als würde es mit einer Anstellung nichts werden, offenbar gab es in meinem Wohnbezirk einen Aufnahmestopp. Ich war sehr enttäuscht. Sehr zu meiner Freude bekam ich kurze Zeit später doch die Gelegenheit zu einem Vorstellungsgespräch bei Frau Flandorfer. Das Gespräch verlief sehr gut und ich fühlte mich sofort willkommen. Auch beim späteren Erstgespräch mit Frau Paul und dem Hausbesuch von Frau Auer-Tischina gefiel mir der offene und herzliche Umgang miteinander. Nun stand einer Anstellung nichts mehr im Wege.

Der nächste Stopp war bei Frau Bondar zur Vertragsunterzeichnung. Auch hier fühlte ich mich in kompetenten Händen. Hier lernte ich auch Frau Zieser-Neumann kennen, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht und immer ein offenes Ohr für mich hat.

Bereits einige Tage nach Schaltung meines Inserats auf der Homepage waren meine vorerst drei Betreuungsplätze vergeben. So konnte ich im September bereits voll durchstarten.Ich muss gestehen, dass mir die ersten Wochen noch recht schwer fielen. Im neuen Job mit drei Eingewöhnungskindern den eigenen Anforderungen gerecht werden wollen – ich hätte mir selbst das Leben vielleicht nicht ganz so schwer machen dürfen. Die Altersspanne zwischen den Kindern ist doch sehr groß und zwei Kinder haben nicht Deutsch als Muttersprache. Aber es wurde mit jedem Tag einfacher. Die Kinder gewöhnten sich schnell an mich und aneinander und schon bald spielte sich unser Alltag durch Rituale und ständige Wiederholungen gut ein.

Mittlerweile bin ich viel mit den Kindern unterwegs. Wir besuchen regelmäßig die Bücherei, gehen jede Woche turnen und sind viel draußen. Ich habe viele Platzanfragen und bereits die Bewilligung für fünf Tageskinder erhalten.

Ich habe das Gefühl in allen Belangen unterstützt zu werden und mich bei offenen Fragen immer an jemanden wenden zu können. Ich finde es sehr hilfreich Fortbildungen, Fachvorträge und sonstige Informationen vom Verein zu erhalten und so bereits lange im Voraus planen zu können. Alles in allem kann ich nur Gutes von meinem Start und meiner Arbeit beim EfKÖ berichten und bin froh diesen Weg gegangen zu sein.

 

Vatertag bei der Tagesmutter

Bericht von Tagesmutter Frau Bogaljevic

Am Freitag, den 8. Juni luden die Kinder und ich zum Vatertagsfrühstück. Zuerst kamen die Kinder herein, die Papas mussten sich noch kurz vor der Türe gedulden. Wir trafen die letzten Vorbereitungen und dann öffneten die Kinder die Türe und riefen ganz aufgeregt ihre Väter herein. Sie brachten sie zum gedeckten Tisch, zeigten Ihnen ihren Platz und während ich Kaffee machte, brachten die Kinder den Vätern das Frühstück vom Frühstücksbuffet.

Es gab selbstgemachte Kuchen, Croissants, Toast, frisch aufgebackene Weckerl, harte Eier, Obst, Gemüse, Butter, Nutella, Marmelade und Aufstriche. Die Väter und die Kinder schlugen sich ordentlich den Bauch voll, fast alles wurde aufgegessen. Am Tisch selbst lag schon das erste Geschenk als Platzset getarnt, ein Super(man)papa Bild mit einem Gedicht. Der ganze Tisch war in den typischen Superman- Farben hergerichtet. Die Kinder sagten ihren Vätern ihr ausgiebig einstudiertes Gedicht auf und überreichten ihnen eine Karte und das dazu gehörige Geschenk.

Papa, weißt du was ich denke, wenn ich dir den Kuchen schenke?
Muss doch klar sein, dass er schmeckt und voll Schokolade steckt.
Um das ganz genau zu wissen, hab ich schon mal reingebissen.
Papa, er schmeckt wunderbar, aber das war eh ganz klar!

Dazu hab wir am Vortag kleine Küchlein gebacken und die Kinder haben einmal abgebissen um zu kosten, ob er denn wirklich nach Schokolade schmeckt. Die Kinder sangen dann noch ein Lied vor und zeigten dazu die Bilder, die sie zuvor gemalt hatten. Einen bunten Regenbogen, ein Familienbild und ein Herz. Auch das schenkten sie dann den Vätern. Aber es war noch immer nicht genug mit Geschenken. Die Kinder übergaben den Vätern je einen bunt bemalten Hammer. Ich eröffnete den Vätern, dass wir diese gleich brauchen werden und enthüllte unsere Werkarbeit! Ich hatte alles für Fadenbilder vorbereitet und nun konnten die Kinder zusammen mit ihren Papas Hämmern und schöne Bilder gestalten. Es war irre laut aber es hat allen Spaß gemacht und es kamen wunderschöne Werke heraus. 

Wer gedacht hat, das war´s, hat sich getäuscht: Nun ging es zum Sportwettbewerb, wo jeweils zwei Väter gegeneinander antraten. Mit den Kindern hatte ich zuvor aus alten Plastiksackerln Cheerleader-Puschel gebastelt, damit sie ihre Papas anfeuern konnten, was sie auch sehr laut und mit Begeisterung taten. Wir hatten am Programm: Armdrücken, Dosen schießen, Weitsprung, Seilziehen und Weitwurf. Der Siegerpapa bekam dann eine Medaille und alle noch eine Tafel Schokolade.

Die Kinder wollten sich dann auch noch im Weitsprung versuchen und es gab tatsächlich ein Mädchen, das an ihren Vater herankam. Danach ging es wieder hinein zum gemeinsamen Pizzabacken, die wir dann alle zum Mittagessen verspeist haben. Zum Abschluss bekamen die Väter noch ein Geschenk mit nach Hause, welches sie erst am Vatertag öffnen durften.

Alles in allem ein sehr gelungener Vormittag mit glücklichen Vätern, fröhlichen Kindern und auch ich war sehr stolz auf meine kleinen Mäuse!


Der Betriebsausflug der Tageseltern

Dank der Kulturlots*innen der GPA hatten wir für den jährlichen Betriebsausflug unseren Wunschtermin bei den Wiener Stadtspaziergängen bekommen. Zur Auswahl standen die Themen „Starke Frauen von Wien“ und „Das erotische Wien – was geschah hinter verschlossenen Türen?“ Ziemlich schnell kristallisierte sich heraus, dass „das Erotische Wien“ der Renner war! Aber auch bei den starken Frauen fanden sich ausreichend Teilnehmerinnen, sodass wir mit beiden Themen starten konnten.

An unterschiedlichen Orten waren die beiden Führungen mit den spannenden Schwerpunkten durch die Innenstadt losgezogen, um an den verschiedensten Plätzen die Geschichten von starken Frauen, Politikerinnen, Rebellinnen, Wissenschaftlerinnen, aber auch Kurtisanen, „Bordsteinschwalben“ und illustren Hofdamen zu verfolgen. Weiblichkeit hat eben viele Gesichter!

Zu Mittag gab es dann den gemeinsamen Treffpunkt im Glacies Beisl, wo wir einen eigenen Raum reserviert hatten, zum Essen. Nachdem wir uns also wieder gestärkt hatten waren einige Kolleginnen noch am Designmarkt im Museumsquartier unterwegs. Andere nutzten den Nachmittag für Shopping oder einfach für gemeinsame Zeit mit den Kolleginnen, die ja bei Tageseltern, die alleine zu Hause arbeiten, sehr wertvoll ist. Umso mehr genießen wir immer den Betriebsausflug, bei dem es mal nicht nur um die Arbeit geht!

 

Die Fortbildungsveranstaltungen für unsere Tageseltern

Wie jedes Jahr waren auch 2018 die Fortbildungen, die wir für unsere Tageseltern zusammengestellt hatten, rasch ausgebucht und gut besucht. Alle Seminare und Vorträge waren und sind ausschließlich für die im Verein angestellten Tagesmütter/-väter zugänglich und sollen es ihnen erleichtern, der gesetzlich verankerten Fortbildungsverpflichtung nachzukommen.

Die Themen der Fortbildungen im Überblick:

> Erste Hilfe für Kindernotfälle (Auffrischung)

> Genussvoll & gesund kochen und essen im Tageseltern-Alltag

> Entwicklung in den ersten Lebensjahren: Entwicklungsstörungen-Förderung im Alltag

> Bewusst atmen

> Instrumente bauen – für und mit Kindern

> Workshop zu den pädagogischen Grundlagen Maria Montessoris

> Lernen mit allen Eigen-Sinnen Teil 2

> Pädagogische Begleitung im Alltag bei Trennung und Scheidung

> Gute Erziehungspartnerschaft leicht gemacht

> Das Spiel und seine Bedeutung für die kindliche Entwicklung

> Wenn das Kind vom Tod eines nahen Angehörigen betroffen ist

> Musik und Klang

Die Themen der Fachvorträge im Überblick:

 

> Beißen, Kratzen, Würgen: Wenn Tageskinder andere Tageskinder attackieren

> Bilderbücher ganzheitlich erfahren

> Das Eichhörnchen – ein Montessoriprojekt

 

 

Die inhaltliche Beschreibung dieser Fortbildungen und Fachvorträge im Jahr 2018 finden Sie HIER.

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