Überblick
Was machen Krisenpflegeeltern?
Seminare und Veranstaltungen:
Die Ziellinie in Sicht? Wenn Pflegekinder 18 Jahre werde
Besuchskontakte mit den leiblichen Eltern
Biografiearbeit für Pflegeeltern
Brainfood – für mehr geistige Fitness in der Schule
Pflegefamilien besuchen den Reiterhof in Niederhollabrunn
Familienwanderungen sind unvergessliche Nachmittage!
Stoffdruckseminar
Pflegeelternbrunch
Business Run
Zehnter Weihnachtsball für Kinder in der Wiener Hofburg
„mytaxi“ schenkte Nestwärme

Überblick

Im Auftrag der Stadt Wien ist Eltern für Kinder Österreich seit 1996 Dienstgeber für Pflegeeltern, deren Zahl kontinuierlich Jahr für Jahr steigt. Waren es im Pilotprojekt noch knapp 20 Personen, sind es aktuell bereits 471.

471 angestellte Pflegeeltern mit Ende des Jahres 2019;

Davon sind:

390 Personen Langzeitpflegemütter,

52  Personen Langzeitpflegeväter

27 Personen Krisenpflegemütter

2 Personen Krisenpflegeväter

Bei diesen Pflegeeltern finden insgesamt 622 Pflegekinder ein Zuhause und liebevolle Betreuung.

Diese Anstellung bietet Pflegeeltern eine arbeits- und sozialrechtliche Absicherung (Kranken- und Unfallversicherung, 13. und 14. Gehalt, Erwerb von Pensionsjahren, …).

Die Aufgaben von Pflegeeltern sind neben der Pflege und Erziehung der Kinder, die Pflegeeltern nach wie vor ehrenamtlich für unsere Gemeinschaft leisten, sogenannte sozialpädagogische Mehrleistungen, wie der regelmäßige Besuch einer Supervisionsgruppe und das Absolvieren von Weiterbildungsseminaren, Arzttermine und Besuche mit dem Kind bei Therapeuten, Amtswege und Gerichtstermine u.v.m. Im Jahr 2019 haben 72 Personen neu die Anstellung als Pflegemutter bzw. Pflegevater gewählt. <

Was machen Krisenpflegeeltern?

Krisenpflegeeltern versorgen sehr junge Kinder, meist noch Babys, für einen befristeten Zeitraum. Sie sind Expert*innen im Umgang mit Kindern in schwierigen Situationen und geben ihnen Halt und Sicherheit. Nach etwa sechs bis acht Wochen kehren diese Kinder zu ihren leiblichen Eltern zurück oder werden in eine Pflegefamilie aufgenommen. Wenn es die Situation erfordert, bleiben Krisenpflegekinder manchmal auch länger bei ihren Krisenpflegeeltern. <

Unser Leben als Krisenpflegeeltern – ein Erfahrungsbericht

Christine Baidinger, Krisenpflegemutter seit 27 Jahren, und ihr Partner Christof Trummer, Krisenpflegevater seit einem Jahr, erzählen über ihre gemeinsame ganz besondere Art Familie und Beruf zu vereinbaren.

Christine, Jänner 2019:

Meine beiden Buben, der 3-jährige David und der 2-jährige Leon sind ganz aufgeregt. Wir bekommen Besuch, der über Nacht bleiben soll: Es ist die Feuerprobe für meinen Freund Christof. Wie wird er mit meinen beiden Krisenpflegekindern zurechtkommen? Christof hat keine Kinder und auch noch nie mit kleinen Kindern zusammengelebt. Jetzt muss er schauen, wie er mit kleinen Kindern zurechtkommt. Er möchte aus der Steiermark zu mir nach Wien ziehen, und wir haben uns ausgemacht, dass er sich zuerst einmal meinen Alltag ansieht.

Die beiden Buben bestürmen Christof sofort nach seinem Eintreffen. Wie Reinhard Mey schon gesungen hat: „Keine ruhige Minute ist seitdem mehr für mich drin …“. David möchte zuerst einmal Christofs Bart befühlen, Leon möchte an seinem Rücken hochklettern. Danach werden etliche Bücher auf seinem Schoß ausgebreitet und Christof wird abgeprüft, ob er die Namen der abgebildeten Figuren kennt. Die Buben sind gnädig mit dem Mann. Es wird ihm nicht nachgetragen, dass er die Namen nicht weiß, es reicht, dass er sich dafür interessiert und mit den Buben gemeinsam die Bücher anschaut. Danach muss Christof mit ins Kinderzimmer kommen, um die Holzeisenbahn aufzubauen. Ich bin vorerst nicht gefragt und kann mir einmal in Ruhe einen Tee machen.

Christine, Februar 2020:

Viel Wasser ist seit dem ersten Zusammentreffen von Christof und den Krisenpflegekindern den Bach hinuntergeflossen. Zuerst haben wir miteinander zwei Kinder betreut, dann immer häufiger drei Kinder. Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir auch mit vier Kindern zurechtkommen, haben wir die Wohnung ein wenig umgestaltet, um regelmäßig vier Krisenkinder betreuen zu können.

Ich kümmere mich seit fast 27 Jahren um Krisenpflegekinder und bin seit etwas mehr als zwei Jahren hauptberuflich als Krisenpflegemutter angestellt, also bin schon ein richtig alter Hase in dem Beruf. Ich freue mich, dass mein Partner genauso viel Freude im Umgang mit Kindern empfindet wie ich, und er sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen hat, sich auch hauptberuflich als Krisenpflegevater anstellen zu lassen.

Nachdem wir uns im vergangenen Jahr nur zwei Kurzurlaube gegönnt haben, wollen wir uns im heurigen Jahr eine zweiwöchige Auszeit leisten um wieder Kraft für unsere erfüllende, aber auch anstrengende Aufgabe zu tanken.

Christof:

Als ich im November 2018 auf dem Weg von der Weststeiermark nach Bad Vöslau zu einem dreiwöchigen Kuraufenthalt war, ahnte ich noch nicht, dass die folgenden drei Wochen mein bisheriges Leben völlig auf den Kopf stellen würden.

In einer Sensomotorikeinheit traf ich auf eine umwerfende Dame aus Wien. Das Kennenlernen verlief äußerst kitschig, das Wort Kurschatten wurde in unserer Umgebung immer öfter ausgesprochen. Wir lernten uns immer näher kennen, die Liebe ließ nicht lange auf sich warten, ebenso der Entschluss nach Wien zu meiner geliebten Christine zu ziehen. Zuvor musste jedoch getestet werden, wie ich als geschiedener, kinderloser, über fünfzigjähriger mit dem Beruf meiner Partnerin und den im Haushalt lebenden Kindern zurechtkommen würde. Zum ersten Mal war ich mit dem Berufsbild „hauptberufliche Krisenpflegemutter“ konfrontiert. Nach kurzer Zeit war aber klar: Test bestanden – auf in ein neues Leben!

Jeder Tag war geprägt von neuen Erfahrungen und stetigem Lernen, vor allem über den Umgang mit den Kindern. Kinder kamen und gingen, doch dann ein besonders einschneidendes Erlebnis: das erste Baby, zwei Wochen alt, wurde aus dem Krankenhaus zu uns gebracht. Fünf Monate erlebte ich die ersten Entwicklungsschritte der kleinen „Madame“, die dann zu einer tollen Pflegemutter kam. Mit der Zeit übernahm ich immer mehr Verantwortung für die Kinder, hatte ich doch mit meiner Lebenspartnerin die beste Lehrerin dafür.

Langsam entstand die Idee auch angestellter Krisenpflegevater zu werden. Nach Probeläufen mit vier, fallweise fünf Kindern und einigen Umbauten in der Wohnung war es endlich soweit. Am 7. Oktober 2019 wurde ich als Krisenpflegevater angestellt. Insgesamt bin ich sehr stolz, in meinem ersten Jahr schon 21 Kinder in eine neue Zukunft begleitet zu haben! <

 

Seminare und Veranstaltungen

Die Ziellinie in Sicht? Wenn Pflegekinder 18 Jahre werden

DSA Marion Zeillinger

An einem Novemberabend 2019 kam zu diesem Thema eine Runde besonders erfahrener Pflegeeltern zusammen. Fast alle hatten ihr Pflegekind oder auch ihre Pflegekinder schon viele, viele Jahre begleitet: Trotzphase, Sechs-Jahreskrise, Herausforderungen in der Schule, Schmutzwäsche-Management, Handy-Zeiten, Fortgehen und wann wieder heimkommen, Nähe und Distanz zur leiblichen Familie, Pubertät und Adoleszenz, Taschengeld-Verhandlungen, psychische Krisenzeiten, … das alles und noch Unzähliges mehr hatten die meisten Teilnehmer*innen dieses Abends mit ihren Pflegekindern schon erlebt und bewältigt!

Manche Teilnehmer*innen, besonders umsichtig und vorausschauend, wollten sich mit dem Thema schon beschäftigen, obwohl ihre Kinder noch recht jung sind: „Ich möchte lieber gleich wissen, was mich später erwartet!“

Wir haben an dem Abend die rechtlichen, finanziellen und bindungsbezogenen Aspekte des Erwachsenwerdens näher betrachtet und uns auch angesehen, welche besondere Aufgaben auf unsere Kinder  in dieser Lebensphase zukommen.

Dabei ist ganz deutlich geworden, dass sich das Erwachsenwerden von Pflegekindern doch in Einigem sehr wesentlich von dem leiblicher oder adoptierter Kinder unterscheidet:

Mit Beendigung des Pflegeverhältnisses ist der junge Mensch rechtlich selbständig und die Pflegeeltern rechtlich nicht mehr verantwortlich, sie sind nicht mehr in einer „Elternfunktion“, sie gelten rechtlich auch nicht als Familienangehörige. Dies kann in Notsituationen wie z.B. einem Spitalsaufenthalt dazu führen, dass die ehemaligen Pflegeeltern ihr Kind nicht besuchen dürfen! Dieses Problem kann z.B. mit einer „Erwachsenenvertretungsbefugnis“ gelöst werden.

Gleichzeitig sind Pflegekinder mit 18 Jahren oft noch nicht wirklich „erwachsen“ und sind vielleicht länger kindlich oder jugendlich, als es das Geburtsdatum vermuten lässt. Ganz allgemein sagt die Jugendforschung, dass die Jugendzeit immer früher beginnt und immer
später
endet. Für Pflegekinder trifft das in doppelter Hinsicht zu. Denn sie hatten außer einem herausfordernden Start ins Leben oft viele zusätzliche Aufgaben zu lösen bekommen, die viel Lebensenergie verbrauchten – diese fehlt dann oft für die folgenden Entwicklungsschritte.

Kinder, die später kommen, gehen auch später. Während ein leibliches Kind mit 18 Jahren bereits auf  ebensoviele Jahre Familienleben, verbunden mit Urvertrauen, Stabilität und konstanten Bindungspersonen, zurückblicken kann, haben Pflegekinder zum Einen die Zeit in der Pflegefamilie später begonnen und daher kürzer erlebt, zum Anderen mussten sie schon Enttäuschungen und Verluste erleben, und ihr Vertrauen in die Welt wurde erschüttert. Sie haben daher in der Pflegefamilie mehr aufzuholen und zu lernen und haben weniger Zeit dazu. Um dies deutlich zu machen: Wenn Ihr Pflegekind 18  Jahre alt ist, ziehen Sie doch das Alter ab, in dem es zu ihnen gekommen ist. Denn so viele Jahre ist ihre gemeinsame Bindung wirklich alt. Auch hier wird deutlich, warum das Kind die Pflegeeltern noch länger braucht.

Pflegekinder haben ja zwei Familien: Die leibliche Familie und die Pflegefamilie. Erwachsen werden und sich Ablösen bedeutet dann auch, diesen Prozess nicht einmal, sondern zweimal durchzumachen! Auch wenn das Verhältnis zur leiblichen Familie nicht stark sein sollte, kann die Suche nach der Identität („wer war ich, wer bin ich jetzt, wer will ich sein, was hab ich von wem“) auf der Suche nach Antworten die Beschäftigung mit der leiblichen Familie intensivieren.

Wie so oft haben Pflegekinder auch in dieser Entwicklungsphase also Mehraufgaben zu bewältigen, und die Pflegeeltern mit ihnen.

Wir haben uns an dem Abend daher auch mit Strategien beschäftigt, wie wir unsere Pflegekinder ihren Bedürfnissen entsprechend begleiten, und den Übergang ins Erwachsensein frühzeitig unterstützen können. Hier wurden Themen wie Verlängerung der Pflegeelternschaft, Bildungsweg, Berufsfindung, Gemeindewohnung, Studienbeihilfe, Konfliktkultur, Geduld, usw. besprochen.

Eines, unabhängig von der rechtlichen Situation, ist jedenfalls sehr klar geworden: Pflegeeltern sind Eltern – und das ein Leben lang!

Sind sie neugierig geworden? Das Thema findet sich auch 2020 in unserem Fortbildungsprogramm! <

Besuchskontakte mit den leiblichen Eltern

Mag.a Maria Eberstaller

Das Seminar wurde für alle interessierten Pflegeeltern angeboten. Zu Beginn gab es einen Überblick zu den Fragen, warum Besuchskontakte für die Kinder wichtig sind, und wie diese ihre Entwicklung unterstützen können. Danach wurde über den Ablauf der Besuchstermine gesprochen; denn die wohl durchdachte Vorbereitung kann viele Schwierigkeiten schon im Vorfeld abfangen. Auch die Zuständigkeiten während eines Kontaktes wurden geklärt. Welche Aufgabe und Rolle habe ich als Pflegemutter oder Pflegevater und welche Aufgabe die begleitende Sozialarbeiterin?

Nicht zu unterschätzen sind die emotionalen Befindlichkeiten der Personen in so einer Besuchssituation und die Reflexion über diese Grundstimmungen, um für zukünftige Besuche gerüstet zu sein.

Die Reaktionen der Kinder sowie der Umgang mit herausfordernden Gefühlen, wie Ablehnung, Loyalitätskonflikten und Ambivalenzen nach so einem Besuchstermin wurden besprochen. Interessiert hat uns die Frage, welche Gründe es für Spannungen während eines Besuchskontaktes geben kann und wie diese zustandekommen. Besondere Herausforderungen sind Themen wie Gewalt oder Misshandlung, die Kinder in der Herkunftsfamilie erleben mussten, und wie geht man mit diesen um?

Die vielen verschiedenen Beispiele, die die Pflegeeltern eingebracht haben, waren für alle eine große Bereicherung. Gemeinsam wurde diskutiert, wie so manche Situation gut gelöst werden kann.

Für mich als Seminarleiterin war es beeindruckend zu sehen, wie reich der Erfahrungsschatz der Pflegeeltern ist, und wie viele gute Tipps sie weitergeben konnten. Es hat sich auch hier wieder gezeigt, wie wichtig die Vernetzung zu den so wichtigen Themen für Pflegefamilien ist. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren interessiert an einem zweiten Teil dieser Fortbildung, damit an den aktuellen Kontaktsituationen weitergearbeitet und diese rege weiterdiskutiert werden können. <

Biografiearbeit für Pflegeeltern

Mag.a Maria Eberstaller

Auch 2019 gab es insgesamt drei Workshops für alle neu angestellten Pflegeeltern, denn alle Pflegeeltern sollen zum Thema „Biografiearbeit“ den gleichen Wissensstand haben. Auch das Finden eines gemeinsamen Wordings zum Thema ist wichtig.

Die Aufklärung der Kinder über ihre Lebensgeschichte wird immer wieder rege diskutiert. Warum die Wahrheit so wichtig ist, und wie ich diese gut und kindgerecht vermittle, zeigt uns, wie sehr Pflegeeltern die Geschichte der Kinder selbst erst einmal reflektieren und verarbeiten müssen, bevor sie gut an die Kinder weitergegeben werden kann.

Biografiearbeit ist ein dynamischer Prozess, der sich mit dem Alter der Kinder und der wachsenden Bindung zu den Pflegeeltern intensivieren kann, und den Kindern immer wieder neue Perspektiven und Sichtweisen ermöglicht. Für die Begleitung dieser spannenden Prozesse ist dabei die eigene Offenheit die beste Unterstützung für die Kinder. <

Brainfood – für mehr geistige Fitness in der Schule

Mag.a Martina Geiger

Damit Kinder und Jugendliche in der Schule die notwendige Aufmerksamkeit aufbringen und den Lernstoff besser verstehen können, leistet die richtige Ernährung einen wesentlichen Beitrag.

Welche Nährstoffe fördern Konzentration und Leistungsfähigkeit? Wie können Symptome wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen reduziert werden? Dabei wurden einzelne Stoffe und ihre Wirkung auf das Gehirn genauer betrachtet. Eine ballaststoffreiche Ernährung und eine regelmäßige Energiezufuhr können den Blutzucker konstant halten, und dadurch Energie- und Leistungstiefs vorbeugen. Wenn Schüler*innen aufs Trinken vergessen, klagen sie sehr häufig über Kopfschmerzen. Etwas, das gerade durchgelesen wurde, ist im nächsten Moment schon wieder vergessen. Im Idealfall wird der Durst mit Wasser und ungesüßten Tees gestillt. Walnüsse werden nicht nur aufgrund ihres Aussehens als Gehirnfutter bezeichnet. Die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren können unsere Nerven stärken. Und die essentielle Aminosäure Tryptophan, als Vorstufe des Glückshormons Serotonin, sowie B-Vitamine, spielen eine wesentliche Rolle in Zusammenhang mit unserer Stimmung und einem erholsamen Schlaf.

Das sind nur einige Beispiele von Stoffen, deren Zufuhr im Schul- und Lernalltag von Vorteil für Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sind. Zuckerreiche Lebensmittel hingegen, vor allem süße Getränke, liefern nur einen kurzen „Energiekick“ und lassen die Blutzuckerkurve zu stark ansteigen.

Im Fokus stand natürlich „BRAINFOOD“ und wie dieses in den alltäglichen Speiseplan eingebaut werden kann. Als ideale Snacks für die Pause eignen sich zum Beispiel Vollkornbrot mit Topfenaufstrich und Gemüsesticks, eine Handvoll Nüsse, Apfelchips oder andere Trockenfrüchte, Naturjoghurt mit Obst, Maroni etc. Diese Zwischenmahlzeiten sorgen nicht nur bei den Kindern für gute Laune, sondern auch bei ihren Pflegeeltern! <

Pflegefamilien besuchen den Reiterhof in Niederhollabrunn


Ilse Lahofer, Besitzerin des Reiterhofs:

Das Zusammensein mit Pferden und den anderen Tieren am Reiterhof wirkt sich auf die Konzentra-
tionsfähigkeit und die Bindungsfähigkeit der Kinder aus. Es stärkt ihr Selbstbewusstsein und Vertrauen durch Ausschüttung des Hormons Oxytocin, und das seelische und körperliche Gleichgewicht wird trainiert. Gleichzeitig macht es einfach nur Spaß und die Kinder bewegen sich an der frischen Luft.

Der Besuch der Pflegefamilien am Reiterhof in Niederhollabrunn begann nach einem kurzen Kennenlernspiel für die ganze Familie mit einer Führung durch den Hof. Die Kinder und Pflegeeltern wurden von den Kaninchen neugierig begrüßt. Danach ging es zu den Hühnern, die uns schon gackernd entgegenliefen. Die Hühner aus der Hand zu füttern ist eine kleine Mutprobe, und die Hühner zeigten dafür ihre Kunststücke. Auch ein Ei lag im Nest, das gleich mitgenommen wurde. Als Höhepunkt durfte jedes Kind eine Runde auf den Pferden Gipsy und Olli reiten. Während sich die Pflegeeltern bei Kaffee und Kuchen austauschen konnten, bemalten die Kinder kleine Gipsfiguren oder schmückten ein Kaninchenlabyrinth mit Gemüse.

Florian und Joanna Soucek, Pflegeeltern:

Wir sind am Samstag kurz vor 15 Uhr dort angekommen und sehr herzlich von Frau Ilse Lahofer empfangen worden. Es gibt einen großen Garten, der sich weit nach hinten erstreckt. Rechts ist ein offener, aber überdachter Raum mit einer kleinen Küche, Tischen und Sitzgelegenheiten, wo die Kinder auch bei Regenwetter genug Platz zum Basteln und Zeichnen gehabt hätten. Aber wir hatten Glück mit dem Wetter, so konnten wir an dem heißen Tag die Sessel und Fauteuils in der Wiese aufstellen und den Schatten der Bäume genießen. Etwas weiter hinten gibt es ein Riesentrampolin, eine Rutsche und einen Hasenstall mit Stockwerk, noch weiter hinten leben Hühner in einem eingezäuntem Bereich. Aus einem Gartenteich hört man die Frösche quaken, die Kinder durften allerdings nur ausdrücklich in Begleitung ihrer Eltern dorthin.

Als alle Familien da waren, erklärte Frau Lahofer den Ablauf des Nachmittages und zeigte, was sie vorbereitet hatte: Da standen auf einem Tisch von ihr gebastelte Stöckchen, die die Kinder später für die Kaninchen mit Karotten, Gurken und Salat verzieren durften, dann hatte sie aus Salzteig kleine Tiere zum Anmalen vorbereitet und in dem Raum standen schon
diverse Snacks und Getränke für Eltern und Kinder bereit. Zuerst aber machte sie eine Führung durch den Garten und erklärte ausführlich, wie man richtig mit den Tieren umgeht,
damit sie nicht schreckhaft werden und auch in Zukunft immer von den Kindern gestreichelt werden können. Dann durften die Kinder die Kaninchen streicheln und mit Löwenzahn füttern, anschließend wurden die Hühner mit Mais aus der Dose gefüttert. Nachher ging es zum Pferdestall, und die Kinder lernten Olli, einen sehr lieben und geduldigen Haflinger, kennen.

Zunächst ging es aber zurück zum Zeichnen, Basteln und Essen. Die Kinder freuten sich natürlich schon alle, weil sie wussten, dass sie nachher auf Olli reiten dürfen.

Nach dem Essen konnten sich die Kinder aussuchen, ob sie das Pferd füttern oder ihm die Hufe putzen möchten, die meisten entschieden sich für das Putzen. Anschließend durften die Kinder der Reihe nach reiten, natürlich nur mit Helm, und das Pferd wurde immer von Ilse an der Leine geführt. Nachdem alle dran waren, wurde das Pferd in den Stall gebracht und die Kinder durften, weil es mittlerweile doch sehr warm geworden war, mit einem Gartenschlauch Regen simulieren und hatten dabei natürlich einen Riesenspaß.

Anschließend gingen wir noch alle gemeinsam ein Stück Richtung Dorf um Ziegen zu besuchen, die ebenfalls von den Kindern gestreichelt werden konnten. Somit vergingen die Stunden im Flug, es war definitiv keinem Kind langweilig. Am Ende mussten wir unsere kleine Arifa mit sehr viel Tricks vom Trampolin runter bekommen, andere Eltern hatten ähnliche Mühe, die Kinder aus dem Hasenstall zu bekommen, der ja gleichzeitig ein Spielhaus mit Rutsche ist.

Ilse hat das alles sehr liebevoll gestaltet, hat sich wirklich hundertprozentig mit den Kindern beschäftigt und alle Fragen beantwortet. Arifa hat der Nachmittag sehr gut getan, sie will jetzt sehr gerne wieder reiten, und wir machen uns gerade auf die Suche nach einer Möglichkeit bei uns in der Nähe. Gerne würden wir bei Ilse das therapeutische Reiten nutzen, aber leider ist Niederhollabrunn mehr als eine Stunde Fahrt von uns zu Hause entfernt. <

Familienwanderungen sind unvergessliche Nachmittage!

Mag.a Eva Bulwa

Seit 2012 treffen sich Pflegefamilien zwei- bis dreimal im Jahr zu einer Familienwanderung.

Bei den Familienwanderungen stehen für die Kinder sinnliche Erlebnisse in der Natur auf dem Programm. Der Forschergeist der Kinder ist schnell aktiviert. Sie tauchen ein in die Geheimnisse der Lebewesen im Wald, auf der Wiese und im Bach. Die Natur mit allen Sinnen begreifen lernen, die Schönheiten, aber auch Gesetzmäßigkeiten der Natur kennenzulernen, ist das Anliegen:

Wie sieht die Larve des Feuersalamanders aus?

Wer baut winzig kleine Steinröhren im Wasser?

Wie entwickelt sich ein Marienkäfer?

Jeder darf in die Schnecken-Handpuppe schlüpfen, jeder den Specht klopfen lassen. Jeder darf den großen Kunststoffheuschreck angreifen. Mit dem Schwungtuch kommen alle in Bewegung.

Naturpädagogik ist für jedes Alter geeignet. Mit allen Sinnen aufmerksam durch die Natur streifen, nass werden, schmutzig werden. Das ist das Geheimnis, das Kinder fröhlich macht. Es wurden Tierspuren gestempelt, Blätterketten gefädelt, Nisthilfen für Ohrwürmer gebaut. Die Kinder haben sich in Eichhörnchen, Igel, Fuchs und Frosch verwandelt.

Auch viele Erwachsene machen begeistert mit und erfahren manchmal noch neue Dinge.  Außerdem finden sie viel Zeit mit Freunden und Bekannten zu plaudern.

Am Ende sind alle entspannt, geerdet und glücklich. Viele positiven Rückmeldungen zeigen mir, dass man Personen jeglichen Alters für die Natur begeistern kann. Der Andrang für die Familienwanderung ist immer groß, manchmal so groß, dass es Wartelisten gibt. <

Stoffdruckseminar

Doris Flandorfer, Pflegemutter

„Vollgepackt“ würde ich meinen Auftritt in der Kornhäuslvilla für das Stoffdruckseminar am 4. November 2019 bezeichnen. Voller Vorfreude auf meine Kursteilnehmer*innen (es waren ja jede Menge angemeldet) räumte ich Kiste für Kiste mit all ihrem Schatzinhalt aus und richtete Holzmodeln (mein ältestes noch druckbares Model ist bereits 140 Jahre alt), spezielle Stoffdruckfarben und Modeldruckkissen, Decken, Handtücher, Wäscheständer, … her. Zusammen mit Frau Cech wird dieser wunderschöne Seminarraum zusätzlich noch fleckensicher gemacht – sicher ist sicher!

Einen Begrüßungskaffee und einige Begrüßungsmomente später, steht die Stoffdruckgruppe auch schon in den Startlöchern. Nach einer kurzen Einschulung was die eigentliche Drucktechnik, die Farbmischungen und Farbmengen angeht, legen die hochmotivierten Pflegemamas und Pflegepapas auch schon los. Ran an die mitgebrachten Taschen, Stoffwindeln, T-Shirts, Geschirrtücher, Vorhänge, Stoffstücke, … und „Gut Druck“!

Mit Freude und Begeisterung wurden Farben gemischt, getauscht, auf Probefleckerln wurde zuerst das eine, dann das andere Model ausprobiert. Es war ein aktives und farbenfrohes Miteinander!

Wo man arbeitet, fallen Späne: All die hölzernen Hirsche, Blümchen, Ornamente, Insekten, Borten, Gräser  wurden nach getaner Arbeit mit Nagelbürsten vorsichtig sauber geschrubbt, trocken getupft und auf Handtücher in den Schatzkisten zum Transport gelegt.

Ich möchte mich bei all den fleißigen und kreativen Stoffdrucker*innen ganz herzlich für ihren Farbenmut, ihre Kraft, Ausdauer und den fröhlichen Austausch bedanken. Mir hat es große Freude gemacht mit euch zu drucken! <

Pflegeelternbrunch

Am 14. September 2019 kamen wieder viele Pflegefamilien auf Einladung des Stadtrates Jürgen Czernohorszky ins Wiener Rathaus zum gemeinsamen Brunch.

Die Unterbringung in Pflegefamilien hat sich für Kinder aus schwierigen familiären Situationen in Wien seit Jahren sehr bewährt“, betonte Jugendstadtrat Jürgen Czernohorszky im Festsaal des Wiener Rathauses, wo die Stadt auch heuer wieder zum gemeinsamen „Pflegeeltern-Brunch“ geladen hatte. „Die Pflegefamilien leisten außerordentliche und gesellschaftlich enorm wichtige Arbeit. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Ich danke allen Pflegemamas und -papas für ihren unermüdlichen Einsatz.“

„Eltern für Kinder Österreich“ war heuer wieder mit einem Informationsstand und mit einer Station zum kreativen Basteln vertreten. Weiters konnten wir viele interessante Gespräche mit angestellten Pflegeeltern führen und so manche Fragen zum Thema „Anstellung für Pflegeeltern“ beantworten. Ganz besonders freuten wir uns über den Besuch zahlreicher Kinder. Es gab wieder ein exzellentes Buffet von Wien Work, viele Spielstationen und musikalische Unterhaltung. <

 

 

 

 

 

 

Business Run

In Dreierteams starteten wieder Pflegeeltern, Tageseltern und Office-Mitarbeiter*innen gemeinsam beim „Business-Run.“  Die 4,1 Kilometer lange Laufstrecke, die durch den Prater und schließlich durch das Ernst-Happel-Stadion führt, war für alle leicht zu schaffen. Bei voller Stadionbeleuchtung und der Geräuschkulisse eines voll besetzten Fußballmatches fühlten sich dann alle wie echte Sportstars! <

Zehnter Weihnachtsball für Kinder in der Wiener Hofburg

Das Künsterl*innen-Forum des „Energy for Life“-Balls

Am 11. Dezember erwarteten der Obmann des Vereins Energy for Life, Alexander Betanishvili, und sein Team wieder hunderte Kinder aus verschiedenen sozialen Organisationen. Zum diesjährigen Jubiläum unter dem Motto „Der schönste Weihnachtsbaum“ wurde eine märchenhafte Vorführung vorbereitet – eine atemberaubende Show, Highlight der Adventszeit im wunderschön geschmückten Ballsaal der Hofburg, die zu einem großen Teil auch von Kindern mitgestaltet wurde.

Prominente Künstler*innen und namhafte Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Politik unterstützen das Anliegen von Energy for Life und sorgen für ein soziales Miteinander. <

„mytaxi“ schenkte Nestwärme

Die Osternester, gespendet von „Manner“ und „mytaxi“ für Pflegefamilien, fanden großen Anklang.

Für das Osterfest hatte sich die führende Taxi-App Europas, die auch in Wien für über 1.000 Taxis verfügbar ist, etwas Besonderes einfallen lassen: In Kooperation mit dem Wiener Traditionsunternehmen Manner wurden 200 Osternester gefüllt, die an Pflegekinder im Alter von drei bis zwölf Jahren in ganz Wien verteilt wurden. Parallel dazu erhielten ihre Pflegeeltern einen mytaxi-Gutschein.

Doch damit nicht genug – auch mit barer Münze unterstützte mytaxi. Für jede Fahrt, die im Zeitraum von 12.-22. April in Wien getätigt und per App bezahlt wurde, spendete die mytaxi-Zentrale 20 Cent an den Verein „Eltern für Kinder Österreich“, wobei mytaxi-Geschäftsführerin Sarah Lamboj  eine fixe Mindestspende von 1.000 Euro schon überwiesen hatte. <

 

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