Wahlmodule für Adoptiveltern
Bindungen von Pflege- und Adoptivkindern
Offene Adoption – Vernetzungsabend 2019
Ado-Babytreff – die nächste Generation!
Die Ado-Mini-Gruppe – die nächste Generation 2.0!
Neujahrstreffen und Sommertreffen
Das war das „Frühstück bei EfKÖ“ 2019
Euradopt: Europa zu Besuch in Wien
Neues aus der Bücherecke
JUFA 2019 Annaberg

 

Wahlmodule für Adoptiveltern

Margot Zappe

Unsere Wahlmodule sind spannende, vertiefende Abende für Adoptivwerber*innen in der Wartezeit und auch für Adoptiveltern. Neben immer wiederkehrenden Inhalten wie z.B. unserem Wahlmodul Babypflege (das auch 2019 begeistert angenommen wurde) gab es zwei ganz besondere Themen:

Das Modul W4 „Wenn unsere Kinder nach ihren Wurzeln suchen“ mit DSA Monika Steiner vom Referat für Adoptiv- und PflegekinderFrau Steiner ist mit dem Spezialgebiet „Wurzelsuche“ schon seit vielen Jahren betraut. Sie weiß aus unzähligen Erfahrungen, was es heißt, wenn sich angenommene Kinder in verschiedenen Lebensphasen mit ihrer Herkunft beschäftigen. Sie ermutigt und unterstützt die Kinder und Jugendlichen einfühlsam, hebt Akten aus, liest sie, formuliert den Inhalt altersgemäß und vermittelt ihn auch. Gleichzeitig unterstützt sie auch die Adoptiveltern darin, ihre Kinder verständnisvoll zu begleiten.

Unser Seminarraum in der Kornhäuselvilla war im Mai bis auf den letzten Platz gefüllt, der Abend verflog den Zuhörer*innen auch dank zahlreicher Fallbeispiele, und Frau Steiner konnte auch viele Fragen beantworten. Auch im Dezember waren wir beim Wahlmodul W1 wieder ausgebucht: „Interaktion im Baby-und Kleinkindalter – wie können Herausforderungen bewältigt werden?“ mit Frau Dr. Eulert- Fuchs, Kinderärztin und Psychotherapeutin. Frau Dr. Eulert- Fuchs spannte in ihrem Vortrag den Bogen von der Bedeutung der primären Bindungs- und Beziehungserfahrung über Regulationsstörungen im Säuglingsalter und brachte Aspekte der Säuglingsforschung, sowie Erkenntnisse aus der Neurobiologie ein.

Viele Verhaltensweisen von Babys und Kleinkindern stellen Eltern vor große Herausforderungen: Mein Kind … will nicht essen! … kann nicht einschlafen! … muss immer beschäftigt werden! Mein Baby schreit immer!, etc. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen konnte sie anhand vieler Fallbeispiele die möglichen Ursachen dieser Verhaltensweisen schildern und Tipps geben, wie Eltern damit umgehen können und wo es auch konkrete Hilfe gibt. Dies war einerseits für die Adoptiveltern eine sehr konkrete und hilfreiche Unterstützung; die Adoptivwerber*innen wiederum bekamen dadurch einen fühlbar starken Eindruck, was sie als zukünftige Eltern erwarten könnte. Und wie immer war der Austausch unter den beiden Zielgruppen für alle ein Gewinn. <

Bindungen von Pflege- und Adoptivkindern

Margot Zappe

Auch im November 2019 konnten wir Herrn Dr. Hermann Scheuerer-Englisch wieder für das eintägige Basisseminar „Bindung von Pflege- und Adoptivkindern“ und einen darauf aufbauenden, ebenfalls eintägigen Workshop für annehmende Eltern nach Wien einladen. Dr. phil. Hermann Scheuerer-Englisch ist Diplom-Psychologe, psychologischer Psychotherapeut, Familientherapeut und Supervisor. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Nürnberg-Erlangen mit Schwerpunkt Entwicklungspsychopathologie und veröffentlichte Bücher und Fachbeiträge zu den Themen Entwicklungspsychologie, Bindungsforschung, Scheidung, Familientherapie und Erziehungsberatung.

In seinen Vorträgen und Workshops geht es um Bindung, Beratung und Psychotherapie, Pflegefamilienunterbringung, Trennungs- und Scheidungsberatung, sowie Erziehungsberatung. Das Seminar war auch heuer wieder ausgebucht und fand bei den interessierten Teilnehmer*innen (Adoptiv- und Pflegewerbern, Adoptiv- und Pflegeeltern und Fachleuten) begeisterten Anklang.

Dr. Scheuerer-Englisch gelingt es, das Thema nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern für die Zuhörer*innen auch erlebbar und erfahrbar zu machen. Die Wichtigkeit des Themas „Bindung“ – gerade für angenommene Kinder und ihre Familien – wird durch den praxisnahen Vortrag und die vielen Erfahrungsberichte von Dr. Scheuerer-Englisch besonders deutlich.<

Offene Adoption – Vernetzungsabend 2019

DSA Andrea Hanel-Rosenberg

Beim Vernetzungsabend im Frühjahr 2019 ging es um das Thema „offene Adoption“. Rund 25 Teilnehmer*innen lauschten interessiert den lebhaften Erzählungen eines Adoptivvaters. Er sprach ganz offen über das erste Kennenlernen der freigebenden Mutter und den emotionalen Moment, als sie ihnen ihr Kind in den Arm legte, ihnen anvertraute.

Zwei weitere Treffen hatte die Familie mit der leiblichen Mutter, die von ihrer Sozialarbeiterin feinfühlig betreut und begleitet wurde. Die Adoptiveltern hatten das Gefühl, dass sie mit ihrer Entscheidung gut und in Frieden leben kann. Wie auch immer sich diese Beziehung weiter entwickeln wird – zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Kontakte – die Eltern sind froh, dass sie die Gelegenheit zum Kennenlernen hatten, ihrem Kind davon erzählen können und ihm ein Bild von seiner leiblichen Mutter zeigen können.

Die Teilnehmer*innen waren sehr berührt von den Erzählungen und haben sich viel über wertschätzende und respektvolle Haltung den leiblichen Eltern gegenüber mitnehmen können. <

Ado-Babytreff – die nächste Generation!

DSA Marion Zeillinger

Unser monatliches Ado-Babytreff ist seit Jahren ein Fixpunkt und für Viele der Start in unsere zahlreichen Angebote für Adoptivfamilien!

Die Kornhäuselvilla – den Adoptivwerber*innen bereits vom Vorbereitungskurs bekannt – zeigt sich in etwas anderem Licht: Schon beim Eingang fällt auf, dass die Doppeltür für die Kinderwägen geöffnet ist, die dann auch gleich im Erdgeschoss einen Parkplatz finden. Oben angekommen, springt sofort die Wickelauflage ins Auge und die vielen Schuhe (ganz kleine bis sehr große), die sich bei der Garderobe sammeln. Ausziehen mal zwei dauert halt ein wenig länger, aber gleichzeitig wird schon begrüßt und geplaudert. Die Kaffeemaschine selbst funktioniert zwar wie immer, wird aber beim Babytreff meist nur einhändig bedient! Im anderen Arm kuschelt ganz gemütlich das Adoptivbaby, manche ein wenig ältere Kinder werden aber auch schon eingeschult in der Bedienung der Knöpfe und freuen sich über das einsetzende Mahlgeräusch. Noch etwas Bekanntes sind die Namenskleber am runden Tisch- aber die Kinder werden meist am Rücken beklebt! Zum einen können sie sich‘s dann nicht runter ziehen, zum Anderen macht das vor allem bei den Krabbelkindern mehr Sinn!

Der Salon präsentiert sich verändert: im vorderen Teil sind Tischchen und Sessel zu kleinen Plauderrunden zusammengestellt, im hinteren Teil bedecken vier Krabbeldecken einen beträchtlichen Teil des Bodens. Zwar gibt es die gewohnten Kekse, das Menü an so einem Vormittag wird aber durch Obst und diverse Breinahrung ergänzt! Was noch anders ist: meist spricht nicht eine*r und die anderen hören zu! Meist plaudern, quietschen, weinen, fragen, lachen alle durcheinander. Und die Unterhaltungen drehen sich weniger um die Zukunft (wie wird das wohl alles werden?), sondern viel mehr um das Hier und Jetzt, um die vielen kleinen Sorgen und großen Freuden des Alltags. Ein Alltag als junge Familie, der sich für Adoptiveltern lange gar nicht so alltäglich anfühlt, sondern wie ein großes Geschenk! <

Die Ado-Mini-Gruppe – die nächste Generation 2.0!

Mag.a Maria Eberstaller

Die Mini-Gruppe ist für Adoptivkinder im Krabbelalter bis zu drei Jahren mit ihren Adoptiveltern oder auch Großeltern gedacht. In fröhlicher, entspannter Atmosphäre können Adoptiveltern ihre Erfahrungen untereinander austauschen und sich mit der Psychologin über Themen der Biografiearbeit oder allgemeine Erziehungsthemen beraten. Die Treffen bieten aber vor allem den Kindern die Möglichkeit, Freundschaften zu knüpfen und Gemeinschaft zu erleben. Für das Jahr 2020 ist geplant, die Gruppe sowohl für Adoptiv- als auch für Pflegefamilien anzubieten. Es gibt immer wieder Adoptivfamilien, die überlegen, ihre Familie durch die Aufnahme eines Pflegekindes zu erweitern. Mittlerweile gibt es auch schon viele Familien mit Adoptiv- und Pflegekindern! Ein Austausch kann hier sehr hilfreich sein.

Die Mini-Gruppe findet nach wie vor an einem Freitag im Monat von 15:00 bis 17:00 im „Spielraum Regenwetter“, Kalvarienberggasse 17/Top2, 1170 Wien statt. Wir freuen uns, wenn das Angebot weiterhin rege angenommen wird: Weitersagen erwünscht! <

Ado-Midi-Treffs – für Kinder im Kindergarten-Alter

DSA Marion Zeillinger

2019 gab es drei Midi-Treffs, wir waren sehr abwechslungsreich unterwegs!

1. Sport: Gestartet habe wir im Frühling mit Familienyoga in der Kornhäuselvilla– der Salon zeigte sich ohne Sessel, dafür mit Yoga-Matten im Kreis –  wieder einmal flexibel! Unter Anleitung von Steffi Cech haben Eltern und Kinder nebeneinander, miteinander und übereinander allerlei Übungen ausprobiert und individuell erweitert!
Anschließend waren wir noch im griechischen Restaurant Achillion Mittagessen, da wurde unter anderem auch beraten, wie das so ist mit „im Bauch wachsen“ – und bei wem! Fein, wenn das Thema so in der Mitte der kleinen Gesellschaft angekommen ist, dass es jederzeit ganz locker in eine Unterhaltung einfließen kann!

2. Natur: Im Frühsommer gab‘s dann eine (feuchte) Wiesenwanderung mit unserer bewährten Naturvermittlerin Mag.a Eva Bulwa, vielen Becherlupen und begeisterten jungen Forscher*innen.

3. Kultur: Im Spätherbst besuchten wir das Kindermuseum Schönbrunn und konnten bei einer Führung erfahren, wie die Menschen früher in so einem Schloss gelebt haben. Es gab viele Stationen, wo die Kinder selbst auch etwas machen konnten, z.B. Gerüche der damaligen Zeit erkennen oder an einer Perücke Zöpfe flechten. Zum Abschluss konnten sich die Kinder dann auch selbst als Kaiserkinder verkleiden!

Wenn wir so beobachten, wie sehr die Adoptiveltern ihre Kinder lieben und was sie alles für sie tun – sie sind nicht nur in Schönbrunn, sondern auch sonst jeden Tag irgendwie auch „Kaiser-Kinder“!<

Alle Jahre wieder: Neujahrstreffen und Sommertreffen

Margot Zappe

Im Jahr 2007 haben unsere Treffen für Adoptivfamilien begonnen, seit 2008 laden wir zweimal pro Jahr alle Familien zum „Neujahrstreffen“ und zum „Sommertreffen“ ein. Es geht um das Kennenlernen, Vernetzen, Wiedersehen, Spielen, Austauschen, Spaß haben. Für die Kinder sind das die Fixpunkte im Jahr, wo sie erleben:  hier bin ich unter Meinesgleichen. Das bedeutet für größere Kinder: hier gibt es keinen Erklärungsbedarf, miteinander Aufwachsen lässt Vertrauen wachsen, heißt auch einfacheren Austausch in späteren Lebensphasen, in denen es wichtig wird.

Anfangs haben wir verschiedene Plätze ausprobiert, bald jedoch war das Restaurant Napoleon jeden Jänner unser Ort für das Neujahrstreffen und die Blumengärten Hirschstetten erwiesen sich als ideal für die Sommertreffen im Juni. Meist zählen wir weit über einhundert Köpfe und Köpfchen und freuen uns auch im Jahr 2020 auf die wunderbaren Nachmittage mit interessanten Gesprächen in fröhlicher Atmosphäre. <

 

Das war das „Frühstück bei EfKÖ“ 2019: Erwachsene Adoptiv- und Pflegekinder erzählen

DSA Marion Zeillinger

Was für ein besonderer Vormittag! Das Restaurant Michl’s öffnet nur für uns, das Lokal füllt sich mit Adoptiv- und Pflegeeltern und solchen, die es werden wollen, es wird gefrühstückt und solange angeregt geplaudert, bis das Interview beginnt.

In der dann folgenden guten Stunde dürfen wir die Erzählungen, Reflexionen und Apelle von zwei Menschen hören, die Adoption bzw. Pflege als Teil ihres Lebens beschreiben. Dies tun Renate Gach und Oliver Vogl – unterstützt von den feinfühligen und empathischen Fragen von Georg Urbanitsch als Moderator – in einer außergewöhnlich persönlichen, offenen, authentischen und berührenden Weise. Die Zuhörer*innen bekommen tiefe Einblicke darüber, was für angenommene Kinder, Jugendliche und Erwachsene wichtig sein kann, was sie beschäftigt und welche Stärken sie auch durch ihr Leben entwickeln können. Tausend Dank gebührt den Erzählenden am Podium für die vielen Eindrücke, die wir aus dem Gespräch mitnehmen durften!

Es war ein besonders mutmachender und inspirierender Vormittag- und ein prägender für die zuhörenden und mitlebenden annehmenden Eltern! „Hören“ Sie doch mal kurz hinein:

„Als ich mit 17 Jahren erfahren habe, dass ich adoptiert worden bin- das hat mich aus den Schuhen gehoben. Gekränkt hat mich vor Allem, dass Alle um mich herum es wussten in der Großfamilie! Mein Apell: Über alles reden, keine Familiengeheimnisse haben! Gewicht bekommt das Thema erst durch das Verschweigen!“

„Ich war bei meiner leiblichen Mutter am Friedhof: Ich bin ihr dankbar für mein Leben! Mein Anliegen: Nicht vergessen,  das Leben „davor“ spielt eine Rolle! Die erste Familie spielt eine Rolle! Alles hinterlässt Spuren … man kann nichts wegmachen.“ <

Euradopt: Europa zu Besuch in Wien

DSA Marion Zeillinger

Seit 1.12015 ist EfKÖ Mitglied von Euradopt: Hier arbeiten 26 Organisationen aus 14 europäischen Ländern zusammen, die alle im Bereich der internationalen Adoption tätig sind.

An oberster Stelle steht der Blick auf das Wohl der Kinder. Zweifelsohne ist eine internationale Adoption nicht ohne Herausforderungen für alle Beteiligten: für leibliche Eltern und Adoptiveltern, für Behörden und Adoptionsvereine, aber natürlich auch für die Kinder.

Hauptaugenmerk aller im Feld der Adoption (und selbstverständlich auch im Feld der internationalen Adoption) Tätigen muss es sein, ausschließlich Schritte zu setzen, die für die Kinder das Bestmögliche Wirklichkeit werden lassen.

Schon die UN-Kinderrechte-Konvention legt dies in Artikel 21 fest und das Haager Abkommen zum Schutz der Kinder in der internationalen Adoption führt dies genauer aus. Erst wenn es für ein Kind weder die leiblichen Eltern noch Verwandte gibt, und die Suche nach Adoptiveltern im eigenen Land auch erfolglos war – erst dann dürfen für dieses Kind Adoptiveltern in einem anderen Land gesucht werden.

Die Mitglieder von Euradopt setzen sich in ihrer Arbeit mit der praktischen Umsetzung dieser Grundlagen auseinander. Dazu wird alle zwei Jahre eine Fachtagung organisiert, zu der alle in der Adoption Tätigen eingeladen werden. Dazwischen wird in Arbeitsgruppen an vereinbarten Themen gearbeitet. Von EfKÖ war Marion Zeillinger Teil der Arbeitsgruppe zum Thema „Post-Adoption-Services“. (Dies bedeutet, dass die unterstützenden Angebote nach der Adoption für Adoptivfamilien behandelt wurden.)

Darüber hinaus findet, alternierend zur Fachtagung, alle zwei Jahre, ein „council meeting“ statt, an dem pro Land ein*e Vertreter*in teilnimmt. 2019 hatten EfKÖ erstmals die Gelegenheit, dieses zweitägige Zusammenkommen zu organisieren, was bei den Teilnehmer*innen mit großer Freude begrüßt wurde. Die Meisten reisten bereits ein paar Tage früher an oder blieben länger, um unser schönes Wien zu genießen.

Am 2. Und 3. April bot dann unser „Salon“ in der Kornhäuslvilla eine stilvolle Atmosphäre und gerade genug Platz zum konzentrierten Arbeiten, Beraten und Austauschen. Beschäftigt haben uns zum Beispiel der weltweite Rückgang der Vermittlungen in der internationalen Adoption und das gleichzeitige Steigen des Bedarfs an Begleitung der Adoptivfamilien und damit verbundene Strategien der Organisationen, diesem Bedürfnis gerecht zu werden. Diskutiert wurde auch das Thema zur Wahrnehmung von internationaler Adoption bei Behörden, Gerichten und Institutionen. Hier ist in vielen Ländern zu beobachten, dass es weiterhin Vorbehalte gegen internationale Adoption gibt in der Annahme, dass diese sich mehr am Wunsch der Adoptivwerber*innen orientiere als am Wohl der Kinder.

Euradopt sieht dies nicht so. Unserer Organisation ist es wichtig festzustellen, dass Adoption eine von vielen Möglichkeiten ist, das Wohl eines Kindes sicherzustellen. Es geht bei einer Adoption – national genauso wie international – immer darum, für ein Kind die passendsten Eltern zu finden. Und nicht für Eltern das für sie beste Kind!

Auch internationale Adoption orientiert sich also eindeutig am Wohl des Kindes und kann als ein Mittel gesehen werden, einem Kind ein Aufwachsen in der Sicherheit einer Familie zu ermöglichen. Kindeswohl, also das, was ein Kind braucht, macht ja vor Grenzen keinen Halt. Diese und mehr Inhalte sind für die Konferenz 2020/2021 geplant. <

Neues aus der Bücherecke

DSA Marion Zeillinger

Stetig füllten sich 2019 die Bücherregale in der Kornhäuslvilla mit Kinderbüchern, und ebenso stetig füllte sich auch die Bücherliste auf der Homepage!

Vor allem vertreten sind natürlich die Themen „Pflege“ (Leben mit zwei Familien) und „Adoption“ (hier geht es viel um die Aufklärung, adoptiert zu sein). Aber wir widmen uns auch dem Thema „Vielfalt und Individualität“ – da gibt es ganz wunderbare Bücher, die Kindern erklären, dass es ganz verschiedene Menschen gibt und dass jede*r mit seinen Eigenschaften wichtig und wertvoll ist für die Menschen um ihn/sie herum.

Wunderbar sind auch die Bücher, die sich den vielfältigen Formen des Zusammenlebens widmen! So wird für Pflege- und Adoptivkinder deutlich, dass es ganz viele verschiedene Arten von Familien gibt, und Pflegefamilie oder Adoptivfamilie einfach eine Variante unter vielen ist, und nicht die eine Ausnahme von der Normalität.

Unser Lieblingsbuch 2019: „Meine neue Mama und ich“

Das Buch (ab 4 Jahren) erzählt, wie der kleine Hund zu seiner Pflegemama Katze kommt und nimmt die Themen Kennenlernen, Trauer, Bindung, Anpassung, unterschiedliches Aussehen, Regeln, Hoffnung und vor allem Zusammenleben auf.  Die Bilder sind einfach, zart und voller einfühlsamer Details und eignen sich wunderbar als Gesprächsbeginn.

Link zum Buch: https://nord-sued.com/programm/meine-neue-mama-und-ich/ 

Haben Sie Lust auf mehr? Dann besuchen Sie unsere Seite „Literaturempfehlungen“! <

JUFA 2019 Annaberg – eine alljährliche Tradition der Südafrika-Community!

Birgit Meisterl, Programmleiterin Adoption Südafrika

Ende August 2019, wie nun schon seit einigen Jahren, trafen sich erneut an die 150 Personen aus der Südafrika-Adoptions-Community zum alljährlichen Familien Wochenende. Es reisten Familien aus Vorarlberg, Steiermark, Niederösterreich, Wien und dem Burgenland an, alle freuten sich von „jung bis alt“ auf das dreitägige Beisammensein.

Am Freitag Nachmittag und Abend treffen nach den langen Schulferien sehr entspannte Familien am Annaberg ein. Das Wetter ist dieses Jahr perfekt. Schon an der Hotelrezeption kommt es bei Vielen zu einer Art „Initialzündung“, wenn sich Kinder, Jugendliche und Eltern nach langer Zeit wiedersehen.

Diesmal gibt es zum Aufwärmen gleich eine Aufgabe, die darin besteht, ein jeweils zweites, aus einer Auswahl an Papierstreifchen gezogenes, Kind ausfindig zu machen und sich auf eine kleine Foto-Challenge einzulassen. Als zusätzliche Herausforderung sollen sich die beiden gefundenen Familien bis zum Jufa 2020 mind. einmal in privatem Rahmen treffen und uns das nächste Jahr davon berichten. Es kommt mitunter zu sehr streckenintensiven Verbindungen. Steirer*innen nach Vorarlberg, Wiener*innen ins Burgenland, etc.

Nach dem Abendessen folgt der erste angekündigte Programmpunkt: Ein Kinder- und Jugend-Workshop ab acht Jahren. Wir starten heuer mit dem „Speed-Dating“. Workshop-Leiterinnen sind unsere Psychologin Maria Eberstaller und die Pädagogin Andrea Lassager.

Frau Eberstaller fasst den Workshop in eigenen Worten zusammen:

„War es bei den vorangegangenen Workshops noch immer so, dass wir eine Stunde damit verbrachten, das Blödeln im Rahmen zu halten, so war dies heuer kein Thema mehr.  Also konnten wir gleich starten. Dabei treffen sich immer zwei Kinder oder Jugendliche, um zwei Minuten lang über ein Thema zu reden. Die Themen wurden dabei von den Kindern selbst vorgeschlagen. Darunter waren Fragen wie: „Möchtest du deine leiblichen Eltern kennen lernen?“„Wo ist es besser zu leben, in Südafrika oder in Österreich?“ Wobei eine spontane Antwort war: „In Österreich natürlich, denn da ist das W-LAN besser.“ Andere fanden es aber doch besser, wenn Südafrika nicht so weit weg von hier wäre, man könnte schneller mal hin fahren. Wobei – will ich dann dort meine leiblichen Eltern treffen? „Nein“, sagen die Einen, „was mach ich dann mit denen, die sind mir doch fremd“. „Na sicher“, sagen die Anderen. „Die eigene Geschichte ist wie eine verschlossene Truhe, und sollte man die nicht öffnen?“

Mag.a Maria Eberstaller

Schließlich landen wir wieder in Österreich, und die Gruppe meint, wir könnten auch mal in der Großgruppe diskutieren. Was dann auch passierte. Schließlich wurde noch über Rassismus gesprochen und darüber, wie blöd Schule sein kann. Hätten wir den Workshop nicht aus Zeitgründen um 22:30 Uhr beendet, hätten die Kinder sicher noch weitere Themen aufbringen können. Toll war‘s, im nächstem Jahr  könnten die Großen die Gruppe moderieren, weil die soziale Kompetenz dafür haben sie wirklich alle.

Die Ganztagswanderung am Samstag führte uns dieses Jahr auf die Eibl-Teich-Hütte. Vom Ausgangspunkt Türnitz ging es ca. 1,5 Stunden bergauf, oben gabs dann als Belohnung ein leckeres Mittagessen und viel Platz zum Herumtoben und Fussballspielen. Nach dem Abstieg am späteren Nachmittag hatten die Meisten Spaß an einer gratis Fahrt auf der Sommerrodelbahn Türnitz.

Am Sonntag gibt es meist ein ausgedehntes Frühstück. Danach ist der offizielle Teil beendet und die Familien teilen sich in kleine Gruppen auf, die entweder noch einen gemeinsamen Ausflug machen oder um die Mittagszeit abreisen. Alle sind sich einig, dass es zur so wichtigen Vernetzung aller ein Wiedersehen im nächsten Jahr geben sollte.

Für das Jahr 2020 haben wir nach drei Jahren Annaberg nun einen neuen Ort ausgewählt. Es wird ins Burgenland ins JUFA Neutal gehen. Wir freuen uns drauf! <

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