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Zeitlicher Ablauf einer Adoption
Grundsätzlich kann vor der Geburt nichts endgültig entschieden werden, weil die leiblichen Eltern ihr Kind eventuell doch noch behalten wollen, wenn es geboren ist. Manche zunächst zur Freigabe entschlossene Mütter überlegen es sich dann doch noch einmal.
In Wien können die Eltern entweder bei der zuständigen Sozialarbeiterin der MAG ELF (Referat für Adoptiv- und Pflegekinder) oder bei unserem Verein „Eltern für Kinder Österreich“ Beratung, Information und Begleitung im gesamten Verlauf der Entscheidungsfindung und Durchführung der Adoption erhalten.
Die Adoptivwerber*innen bereiten sich im Rahmen der Ausbildung auf die Adoption vor und beantragen eine Eignungsbeurteilung.
Nachdem es wesentlich mehr Adoptivwerber*innen gibt als Kinder, die zur Adoption freigegeben werden, ensteht meist eine beträchtliche Wartezeit. Wenn Adoptivwerber*innen ausgewählt werden, Eltern eines bestimmten Kindes zu werden, bekommen sie einen Anruf vom Referat für Adoptiv- und Pflegeeltern.
Die ausgewählten Adoptiveltern haben bei einem Neugeborenen dann meist einen Tag und eine Nacht Zeit, ihre Entscheidung zu treffen und können das Kind, so es sein Gesundheitszustand zulässt, bereits wenige Tage nach der Geburt aus dem Spital übernehmen.
Erst viele Monate später wird die Adoption durch einen richterlichen Beschluss gültig. Diese Zeit ist wichtig, um zu sehen, wie es den Adoptiveltern mit dem Kind und dem Kind bei seinen neuen Eltern geht.
Während dieser Zeit kann es vorkommen, dass die leibliche Mutter die Adoptionsfreigabe zurücknimmt und sich doch zu einem Leben mit ihrem Kind entschließt. Möglicherweise kehrt das Kind dann zu ihr zurück, meistens jedoch bleibt es als Pflegekind in der annehmenden Familie.
Eine Adoption muss gerichtlich bewilligt werden. Nach dem Gesetz muss auch der Vater des Kindes, sofern er bekannt ist bzw. die Vaterschaft anerkannt hat, der Adoption zustimmen. Die Eltern der leiblichen Mutter können nicht über den Willen der Mutter hinweg die Adoption veranlassen, auch wenn sie noch minderjährig ist.
Vorraussetzungen für Adoptivwerber*innen
Eine Eignungsbeurteilung durch die zuständige Behörde ist Voraussetzung. Es werden ausführliche Gespräche geführt, Hausbesuche gemacht, die Wünsche des Paares und seine Belastbarkeit erfasst und eine ärztliche Untersuchung veranlasst. Erst nach positiver Beurteilung aller Fakten spricht die Behörde die Eignung aus.
Von den gesetzlichen Rahmenbedingungen her ist eine Bewerbung für Paare ( Lebensgemeinschaft, verpartnert, verheiratet) und Einzelpersonen möglich. Die Chancen ausgesucht zu werden, sind allerdings für Einzelpersonen äußerst gering.
Das Mindestalter für Adoptiveltern beträgt 25 Jahre. Wenn zu dem Adoptivkind bereits eine Beziehung besteht, kann diese Altersgrenze unterschritten werden. Tatsächlich sind Adoptivwerber*innen aber meist wesentlich älter. Das Gesetz sieht kein Höchstalter vor, die Behörde achtet jedoch genau auf die Belastbarkeit, die Lebensenergie und die persönlichen Begabungen, die einer Eltern-Kind-Beziehung förderlich sind. In der Praxis sind Adoptiveltern bei Aufnahme eines Kindes meist unter 45 Jahren.
Wartezeit
Die Wartezeit ergibt sich durch die große Zahl an Adoptivwerber*innenpaaren und die weit geringere Zahl an zur Adoption freigegebenen Kindern. Es gibt für Adoptivwerber*innen kein Recht auf ein Kind, es gibt aber das Recht des Kindes auf Eltern.
Die Aufgabe der Vermittlungsstellen besteht darin, für jedes Kind die besten Eltern zu suchen. Das sind die Adoptivwerber*innen, die den Bedürfnissen des speziellen Kindes am besten gerecht werden können und wollen.
Die Wartezeit ist daher sehr unterschiedlich und beträgt im Durchschnitt mehrere Jahre. Diese Zeit kann zur Vorbereitung auf die Adoption genützt werden.[:en]
Adoption process – chronology
Basically nothing can be decided before birth, since the parents might decide to keep the child after all after. Sometimes a mother who was determined to give up her child then decides otherwise.
In Vienna the parents can receive counselling, information and guidance through the whole decision procedure and adoption from their competent social worker of the MAG ELF (Department for adopted and foster children) or in our „Eltern für Kinder Österreich“ association.
The adoption applicants prepare themselves for the adoption by attending preparatory classes and apply for a suitability assessment.
Since there are far more applicants than children given up for adoption, the waiting period is mostly very long. When adoption applicants get chosen for a certain child, they receive a call from the Department for adoptive and foster parents.
The chosen adoptive parents are mostly given one day and one night to decide if they want to adopt the newborn and, dependent on the state of health, can take the baby home with them after only a few days in the hospital.
Only after several months, the adoption becomes effective by court order. This time is important to determine how the adoptive parents deal with the baby and how the baby is doing with his/her new parents.
During this time it may happen that the biological mother revokes her decision to give her child up for adoption and decides to take her baby back. Possibly the child will be returned to her, but often he/she stays as a foster child in the adoptive family.
An adoption needs to be approved by court. According to law also the child’s father, given he is known or has acknowledged paternity, has to agree to the adoption. The parents of the biological mother cannot give the child up for adoption without the mother’s consent, even if she is still a minor.
Requirements for adoption applicants
A suitability assessment by the competent authority is required. The assessment consists of thorough discussions, home visits, determining the couple’s wishes and resilience as well as a medical examination. Only after all facts were assessed positively, the authorities will deem the parents suitable.
Law does not provide the adoptive applicants to be married/in a registered partnership, still mostly married couples or partners in a registered relationship get chosen as parents.
Adoptive parents must be at least 25 years old. If the adoptive child has already built a relationship with them, this age limit can be ignored As a matter of fact though, applicants mostly are a lot older. The law does not stipulate a maximum age, but authorities will pay close attention to resilience, vital energy and personal aptitudes that are favourable factors for the relationship between child and parents. In reality, most adoptive parents are younger than 45 years when adopting a child.
Waiting period
The waiting period results from the high number of adoption applicants and the low number of children given up for adoption. Adoption applicants are not entitled to a child, but children are entitled to having parents.
It’s the adoption agency’s task to choose the best parents for each child. Those are the adoptive applicants that best meet the needs of a certain child.
Therefore, waiting periods strongly vary in length and amount to several years. The waiting period can be used for getting prepared for the adoption.
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