Gelbe Blumen für Papa

von Chris Paul mit Illustrationen von Suse Schweizer / Balance-Verlag

Altersempfehlung: ab 8 Jahren (idealerweise mit einem Erwachsenen als Lesebegleitung)

Aus der Perspektive des achtjährigen Thomke wird geschildert, wie seine Familie lernt, mit dem Suizid des Vaters umzugehen. Rückblickend wird die Depressions­erkrankung des Vaters beschrieben und wie belastend und herausfordernd der Umgang damit für alle Beteiligten war. Einfühlsam werden die intensiven und oft ambivalenten Gefühle aufgegriffen, die nach einem Suizid entstehen, ebenso wie die offenen Fragen nach dem „Warum“ und danach, wo der Papa nun ist.

Das Buch veranschaulicht, wie wichtig Ehrlichkeit den Kindern gegenüber im Trauerprozess ist und unterstreicht die wichtige Rolle, die das Umfeld in dieser schwierigen Lebenssituation spielt.

Die stimmigen Illustrationen eröffnen einen zusätzlichen Zugang zu diesem sensiblen und schwierigen Thema.

Die Autorin Chris Paul ist eine Fachfrau zum Thema Trauerbegleitung auch für Erwachsene: https://www.chrispaul.de

Wie spricht man eigentlich über den Tod?

von Anna Fiske /Hanser Verlag

Altersempfehlung: ab 4 Jahren

Das Buch nähert sich dem Thema Sterben auf einfühlsame und kindgerechte Weise. Es behandelt unterschiedliche Todesursachen, Bestattungsformen in verschiedenen Religionen sowie vielfältige Trauerrituale.

Dabei wirkt das Thema zu keiner Zeit schwer, da immer wieder auch die andere Seite des Todes Raum bekommt: das Geschenk des Lebens, die Liebe zu den Verstorbenen und ein humorvoller Hinweis auf die Natürlichkeit des Todes.

Besonders positiv hervorzuheben ist der selbstverständliche Umgang mit Vielfalt: Beim Thema Stammbaum werden neben leiblichen Eltern auch Pflege- und Adoptiveltern mit ihren Kindern einbezogen. Ebenso werden die ambivalenten Gefühle Trauernder offen und nachvollziehbar beschrieben.

Die tollen Illustrationen sind sehr ansprechend und bieten viel Raum zur Identifikation. Sie regen auch unabhängig vom Text zum Nachdenken und ins Gespräch kommen an, sodass das Buch problemlos an beliebiger Stelle aufgeschlagen werden kann. Die Sprache ist sehr einfach gehalten, wodurch einzelne Inhalte stellenweise stark vereinfacht erscheinen. Gerade darin liegt jedoch eine Chance: Vorlesende sind eingeladen, gemeinsam mit den Kindern tiefergehende Gespräche zu führen.

Wie tief ist ein Grab?

von Frank Hartmann / Herder-Verlag

Altersempfehlung: Jugendliche, Erwachsene

Der Religionspädagoge Frank Hartmann setzt sich in seinem 128 Seiten starken Buch einfühlsam und fundiert mit den Themen Sterben, Tod und Abschiednehmen auseinander. Mit großem Sachwissen nähert er sich diesen sensiblen Inhalten und findet dabei eine Sprache, die sowohl respektvoll als auch verständlich ist. An einigen Stellen gerät die Darstellung sehr ausführlich, was jedoch zugleich die inhaltliche Tiefe des Buches unterstreicht.

Besonders überzeugend ist der Ansatz, das Buch als Gesprächsgrundlage für Erwachsene zu nutzen, die mit Kindern und Jugendlichen über diese schwierigen – auch philosophischen – Fragen ins Gespräch kommen möchten. Die liebevoll gestalteten Illustrationen unterstützen den Text auf angenehme Weise und die klare Gliederung in viele unterschiedliche Kapitel lädt dazu ein, das Buch auch auszugsweise und nicht ausschließlich linear zu lesen.

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