Das Ausbildungssystem für Adoptivwerber*innen
Exit Racism: ein Buch – ein Workshop
Euradopt-Konferenz in Mailand
Die Südafrikanische Adoptions-Community im JUFA-Annaberg in NÖ

 

Das Ausbildungssystem für Adoptivwerber*innen

Zuerst starten alle mit dem Orientierungsteil (1). Alle Personen, die sich nach dieser Orientierung entschließen, dass Adoption der richtige Weg der Familiengründung sein kann, absolvieren den Ausbildungsteil (2). In den Modulen A1 – A7 werden wichtige Themen bearbeitet, in Vorträgen, Übungen, Gruppenarbeiten und Reflexionen nähern sich die Teilnehmer*innen dem Thema Adoption. Nach dem Abschluss des Kurses kann das amtliche Bewilligungsverfahren, die  Eignungs-Feststellung, beim RAP (Referat für Adoptiv- und Pflegekinder der Stadt Wien) begonnen werden.

Übersicht über unser Ausbildungsangebot 2018

 

 

 

 

 

Exit racism: Ein Buch – ein Workshop

Exit racism …

ist der Titel eines Buches, das 2017 erschien und dessen Autorin Tupoka Ogette wir im Februar 2018 für ein Seminar in Wien gewinnen konnten.

Tupoka Ogette arbeitet als Anti-Rassismus-Trainerin. Auch ihr Buch, das auf den Erfahrungen in ihren Seminaren und Workshops basiert, lässt sich fast wie ein solches Trainingsprogramm lesen. In den einzelnen Kapiteln gibt sie informative Inputs über Entstehung und heutige Ausprägung rassistischer Denkweise und Diskriminierung, um dann Anregungen für die eigene Auseinandersetzung mit der Thematik zu geben.

Das Buch richtet sich vor allem an weiße Deutsche und Österreicher*innen, die hier in einem Perspektivwechsel mit der Alltagsrealität schwarzer Deutscher und Österreicher*innen oder People of Colour konfrontiert werden und deren Erfahrungen kennenlernen. Auch das Weiß-Sein als Konstrukt, aus dem sich Macht und Privilegien ableiten, wird thematisiert.

Es ist ein Handbuch für Weiße, ganz besonders für weiße Eltern schwarzer Kinder, um sich mit der rassistischen gesellschaftlichen Realität auseinanderzusetzen, Rassismus zu erkennen und einen Umgang für sich selbst und die Kinder zu lernen.

Die eigene Reflexion beim Lesen des Buches wird unterstützt durch Tupoka Ogettes Schreibstil: wenig akademisch, vielmehr fühlt sich der/die Leser*in persönlich angesprochen, ähnlich wie ein*e Teilnehmer*in ihren Workshops. Ergänzt wird der eigene rassismuskritische Weg durch Logbuch-Einträge von Ogettes ehemaligen Studierenden, die ihre emotionalen Lernprozesse dokumentieren und reflektieren und somit nachvollziehbar machen.

Rassismuskritisch denken lernen …

ist der Untertitel des Buches und auch gleichzeitig das Seminarprogramm!

37 Teilnehmer*innen (in zwei Gruppen) machten sich so unter Anleitung von Tupoka Ogette und ihrem Mann Stephen Lawson gemeinsam auf den Weg, um sich durch Inputs und Übungen berühren zu lassen, die Perspektive zu wechseln, plötzliche und auch schmerzhafte Erkenntnisse zu gewinnen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Weiße Eltern schwarzer Kinder konnten einen differenzierteren, detailreicheren Einblick bekommen in die Erfahrungswelt schwarzer Menschen.

Rassismus (auch den versteckten) zu erkennen und ein Repertoire an Reaktionen darauf zu haben – das war das Ziel unseres Weges. Wir sind bei diesem Workshop ein gutes Stück weiter gekommen!

Das Buch ist in der 4. Auflage bestellbar: HIER

 

EurAdopt-Konferenz in Mailand, Mai 2018


EurAdopt ist eine Vereinigung von anerkannten Auslandsadoptionsvermittlungsstellen,
die seit 1991 auf Basis des „Haager Übereinkommens über den Schutz der Kinder in der internationalen Adoption“ gemeinsam an Qualitätssicherung und ethischen Standards in der internationalen Adoption arbeiten. EfKÖ ist seit 2015 Mitglied dieser europäischen Dachorganisation.

Alle zwei  Jahre veranstaltet EurAdopt eine große internationale Fachtagung zu adoptionsspezifischen Themen. Maria Eberstaller, Birgit Meisterl und Margot Zappe nahmen am 24. und 25. Mai 2018 an der Konferenz von EurAdopt in Mailand, Italien, teil.

Das Thema war „Das Dilemma der internationalen Adoption: Wie können wir verlassenen Kindern den allerbesten Schutz bieten?“ 

Internationale Adoptionen verändern sich, die Situation in vielen Herkunftsländern unterliegt einem starken Wandel, die Zahl der Adoptionen geht zurück, das Alter der Kinder, die Eltern brauchen, steigt.

Mehr als 200 Teilnehmer*innen aus fast 20 Ländern trafen sich im Mailänder Palazzo delle Stelline, um zu diskutieren, dazuzulernen und natürlich auch um sich zu vernetzen. Der erste Tag der Konferenz gab einen Einblick in die Zahlen und Statistiken verschiedener Länder, um zu verstehen, was und warum sich soviel ändert, welche positiven und auch negativen Aspekte es dadurch für die Kinder gibt, und wie die Professionist*innen im Interesse der Kinder am besten reagieren und ihr Tun den Entwicklungen anpassen können. Dazu gab es interessante Fachreferate von Spezialist*innen sowohl der Herkunftsländer als auch der annehmenden Länder.

Als Mitglied von EurAdopt hatte auch Marion Zeillinger für den EfKÖ während des gesamten Jahres an einem Fachartikel zum Thema „Post Adoption Services“ mitgearbeitet, der von Gera ter Meulen den Teilnehmer*innen präsentiert wurde.

Am zweiten Tag lag der Hauptaugenmerk auf Referaten und Erfahrungsberichten annehmender Eltern, erwachsener Adoptivkinder und Fachleuten, die Familien schon jahre- oder jahrzehntelang begleiten.

Dieser internationale Austausch und Input hat uns sehr bereichert!

Im Anschluss an die Konferenz fand in Mailand auch das jährlich initiierte Council-Meeting des EURADOPT Boards statt. Österreich (vertreten durch Frau Meisterl von EfKÖ) brachte sich vor allem durch unsere Kooperation mit Südafrika sowie als Mitglied der länderübergreifenden Arbeitsgruppe „post adoption service“ – hier arbeiten wir mit Vertreter*innen aus den Niederlanden, aus Schweden, Norwegen und Deutschland zusammen – ein.

Für das Council-Meeting 2019 wurde zuletzt noch Wien als Veranstaltungsort festgelegt.Wir freuen uns auf unsere Rolle als Gastgeber*innen im Jahr 2019!

 

Die Südafrikanische Adoptions-Community im JUFA-Annaberg in NÖ

„So gut und bereichernd, dass es nach Wiederholung schreit“!

Von Freitag bis Sonntag am vorletzten Ferienwochenende im August treffen sich jedes Jahr Familien mit ihren aus Südafrika adoptierten Kindern und natürlich auch den dazugehörigen leiblichen Geschwistern. So auch 2018! Es waren wieder 35 Familien mit ca. 60 Kindern im Alter von 1 bis 19 Jahren dabei.

Treffpunkt war das JUFA Annaberg. Eine sehr schöne und kindgerechte Unterkunft mitten in den Bergen. Seit Jahren genießt die Community dessen so bereichernden Angebote in vollen Zügen. Sogar das schlechte Wetter konnte in diesem Jahr niemandem davon abbringen, die gute Laune zu behalten. Das JUFA bietet für Alt und Jung genügend Möglichkeiten sich Indoor zu beschäftigen. Bei vielen Gesprächen der Erwachsenen sowie auch unter den Kindern verschiedener Altersgruppen ergaben sich wieder viele Themen zum Austausch.

Hier einige Themen, über die Adoptiveltern diskutieren:

• Wie haben sich die Kinder nach der Ankunft eingelebt?

• Isst dein Kind auch so viel wie meines?

• Wie reagiert das Umfeld eurer Kids, wenn euer Kind z.B. in eine neue Schule wechselt?

• Wie geht’s euren Kindern im Kindergarten, in der Schule?

Auch die Kinder haben Themen wie:

• Mir taugt dieses Treffen, da sind wir endlich auch einmal mehr!

• Ich freue mich auf das Reden mit Euch.

• Ich bin so stolz auf meinen Bruder!

• Machen wir eine „WhatsApp-Gruppe“?

Frau Mag.a Maria Eberstaller, die Psychologin bei EfKÖ, leitete am Freitagabend eine Gesprächsrunde für die Kinder und Jugendlichen. Das einleitende Thema hieß: ,,Ich weiß so viel über meine Herkunftsfamilie – und ich weiß nicht viel darüber!“ Die Kinder kamen schnell auch auf viele andere für sie spannende Themen.

Am Samstag war ein Ausflug zur Eibl Hütte in Türnitz geplant, leider fiel diese Wanderung buchstäblich ins Wasser. Dennoch ist das Gebiet rund um den Annaberg für viele Schlechtwetter geeignete Unternehmungen bekannt. Es bildeten sich dem Kindesalter entsprechende Gruppen. Die einen machten eine Führung in die Lebzelterei in Mariazell, andere besuchten die Basilika in Mariazell und genossen ein feines Mittagessen in einem nahegelegenen Restaurant. Die Dritten hatten Spaß auf der Sommerrodelbahn Eibl-Jet, die auch im Regen betriebssicher ist. Jede Rodel verfügt ja über ein fix moniertes Dach.

Wir Begleiterinnen von EfKÖ freuen uns, zwischendurch immer wieder mit Familien ins Gespräch zu kommen, die ein besonderes Anliegen haben oder wenn wir Familien mit gleichen Themen vernetzen können. Wir erwarten schon gespannt das nächste Jahr. Geplant ist das Treffen wieder im JUFA Hotel Annaberg.

Anmeldung und Info unter: b. meisterl@efk.at
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