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Überblick Anstellungen

Neue Anstellungsmodelle

Erfahrungsberichte

Veranstaltungen

Fortbildungen

Überblick über die angestellten Pflegeeltern

Im Auftrag der Stadt Wien sind wir seit Ende der 90er Jahre Anstellungsträger für Pflegeeltern, deren Anzahl Jahr für Jahr steigt.

Angestellte Pflegeeltern per 31.12.2017: 399
Davon sind: 324 Personen Langzeitpflegemütter, 40 Langzeitpflegeväter und 35 Krisenpflegemütter

Neuanstellungen im Jahr 2017: 66
Davon sind: 51 Langzeitpflegemütter, 8 Langzeitpflegeväter, 7 Krisenpflegemütter (davon 2 angestellt nach dem neuen Anstellungsmodell)

Austritte im Jahr 2017: 24
Davon sind: 18 Langzeitpflegemütter, 3 Langzeitpflegeväter, 3 Krisenpflegeeltern

Bei Pflegeeltern untergebrachte Pflegekinder: 527

Neue Anstellungsmodelle

Krisenpflege-Anstellung neu
Krisenpflegeeltern versorgen sehr junge Kinder für einen kurzen, befristeten Zeitraum. Sie sind Expert*innen im Umgang mit Kindern in schwierigen Situationen und geben ihnen Halt und Sicherheit. Und sie müssen sich immer wieder verabschieden, wenn Kinder nach etwa sechs bis acht Wochen zu ihren leiblichen Eltern zurückkehren oder in eine andere Pflegefamilie aufgenommen werden. Um diesen Pflegeeltern stabilere Rahmenbedingungen zu bieten und um weitere Krisenpflegeeltern zu finden, wurde ein neues zusätzliches Anstellungsmodell für Krisenpflegeeltern entwickelt. Es bietet eine kontinuierliche Anstellung mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von zur Zeit 1.365 Euro brutto.

Befristete Langzeitpflege-Anstellung
In ähnlicher Form neu geregelt wird die Anstellung von Langzeitpflegeeltern, die Kinder ab dem dritten Geburtstag aufnehmen, da es in diesem Alter der Kinder keinen Karenzanspruch mehr gibt. Die Eingewöhnung älterer Kinder in Pflegefamilien erfordert oft eine besondere Betreuungsintensität, sodass eine vorübergehende Unterbrechung der Berufstätigkeit unter Umständen notwendig ist. Das neue Anstellungsmodell bietet für max. ein halbes Jahr ein monatliches Gehalt von zur Zeit 1.365 Euro brutto, um es den Pflegeeltern zu ermöglichen,  eine unbezahlten Karenz von ihrer regulären Arbeit zu nehmen.

Erfahrungsberichte

Wie ein Anruf auf der Rolltreppe unser Leben veränderte

Erfahrungsbericht einer jungen Pflegefamilie aus Wien. Namen und Zeitangaben wurden zum Schutz der Privatsphäre des Pflegekinds verändert.

Dienstag, 4. September, 13:42 Uhr: Etwas spät dran haste ich als umtriebiger Unternehmer zu einem Investorentermin und setze gerade den Fuß auf die Rolltreppe hinab zur U-Bahn Station, da klingelt das Telefon – ein Anruf des Magistrats Wien. Ich ahne nicht, dass dieser Augenblick mein Leben verändern wird.
ICH: Schönen guten Tag! Stefan Schnell am Apparat.
ANDERE STIMME AM TELEFON: Schönen guten Tag Herr Schnell, Gruber, Referat für Adoption und Pflege hier.
ICH: Vielen Dank für Ihren Rückruf. Ich wollte mich nur zwischendurch Mal melden. Bei uns sind alle Vorbereitungen schon abgeschlossen, das Kinderzimmer eingerichtet. Meine Frau und ich sind dann wie vereinbart ab dem 17. September bereit, ein Pflegekind zu übernehmen. Wir sind schon so gespannt auf den Anruf, egal ob dieser schon am 17. September oder erst einige Wochen oder Monate später erfolgt!
ANDERE STIMME AM TELEFON: Wunderbar Herr Schnell! Dass freut mich, dass Ihre Frau und Sie schon alle Vorbereitungen abgeschlossen haben und sogar das Kinderzimmer schon eingerichtet haben. Ich weiß, dass Sie ab dem 17. September für ein Pflegekind bereit sind. Ich bin da um einige Tage zu Früh … aber Herr Schnell, ich habe schon heute einen Pflegekindvorschlag für Ihre Frau und Sie.

Das ist er also, der herbeigesehnte, aber in keinster Weise für diesen Tag erwartete Anruf mit dem Kindesvorschlag! Von einer Sekunde auf die andere ist mir klar, dass sich ab diesem Augenblick unser Leben verändern wird. Alles, was für diesen Tag geplant ist, ist plötzlich irgendwie nicht mehr ganz so wichtig. Bei der U-Bahn-Station angekommen, fahre ich deshalb die Rolltreppen wieder hinauf, auf zu einem neuen Lebensabschnitt, ganz gespannt höre ich Frau Gruber zu: Es ist in Bub, 3 ½ Monate alt, seit sechs Wochen bei einer Krisenpflegemutter, … .

Nach dem Telefonat mit Frau Gruber wieder im Freien angekommen rufe ich meine Frau an:

EVA: Stefan, ich bin gerade in einem Vortrag. Kannst Du mich später anrufen?
ICH: Eva, es ist wirklich wichtig! Verlasse besser den Vortragraum und setze Dich hin. Ich habe gerade den Anruf vom RAP und einen Pflegekindvorschlag bekommen!

Ich höre meine Frau in Freudentränen ausbrechen. Nicht nur leibliche Kinder kommen manchmal unerwartet und ein paar Wochen zu früh, sondern auch Pflegekinder!

Ein paar Tage nach dem Anruf ist der erste Kennenlerntermin mit Rafael am RAP. Innerhalb weniger Sekunden schließen wir den Buben ins Herz. In der Woche danach die Eingewöhnungsphase: Besuche bei der Krisenpflegemutter, ein 1h stündiger Spaziergang, das erste Mal nur wir Drei! Besuch von der Krisenpflegemutter und Rafael bei uns, nochmals Besuch beim RAP und Zwischenbesprechnung zur Eingewöhnungsphase. Am Tag 5: Rafael schon einen halben Tag alleine bei uns. Am Tag 6: Rafael den ganzen Tag bei uns. Und schließlich der Tag 7, der 21. September, unser Familientag: Die Krisenpflegemutter übergibt uns Rafael, unser Pflegesohn lebt von nun an bei uns.

Dem mehr als aufregenden Anruf vom RAP mit dem Kindesvorschlag ist bei uns eine Phase der Annäherung an das Thema „Pflegekind“ in vielen Schritten vorausgegangen:

Nachdem sich bei meiner Frau und mir der Kindersegen nicht wie geplant eingestellt hatte, hatten wir auf Empfehlung einer Freundin im September 2016 begonnen beim Verein „Eltern für Kinder Österreich“ Adoptionskurse zu machen. Zunächst wollten wir uns nur informieren. Es war unser Plan, ein Kind aus Asien oder Peru zu adoptieren, auf Grund einer engen Verbindung meiner Familie zu Peru. Die Option eines Pflegekindes hatten wir zunächst gar nicht in Erwägung gezogen. Auch war diese Möglichkeit aus einer Unkenntnis heraus eher negativ und mit einigen falschen Annahmen besetzt: So wusste ich nicht, dass Pflegekinder üblicherweise bis sie erwachsen sind bei ihrer Pflegefamilie bleiben. Von hochkarätigen Kursleiterinnen wurde dann in den Adoptionskursen über Pflegeelternschaft informiert und behutsam auf diese weitere Option aufmerksam gemacht.

Nach intensiven Diskussionen hatten sich meine Frau und ich dann für ein Pflegekind entschieden. Wir können sehr gut die Sorge von vielen Adoptivwerbern verstehen, dass im Falle eines Rückführungsantrages einem das ins Herz geschlossene Pflegekind wieder weggenommen werden könnte. Am Ende steht wohl in solchen Obsorgeentscheidungen mit Sicherheit das Kindeswohl im Vordergrund. Aber in der Praxis kommt es selten zu Rückführungen. Wir sahen uns die Rückführungsstatistik genau an, so wurde uns diese Angst genommen. Auf der anderen Seite hatte uns der soziale Aspekt sehr angesprochen. Für die wenigen Kinder, die jedes Jahr zur Adoption freigegeben werden, findet sich immer ein guter Platz bei Adoptiveltern. Bei Pflegekindern ist dies anders: Jede zusätzliche Pflegemutter oder jeder zusätzliche Pflegevater gibt einem weiteren Kind eine gute Chance, das sonst möglicherweise keine so gute Perspektive im Leben hat. Und was gibt es schöneres, als einem Kind diese Chance auf ein besseres Leben zu geben und bei seiner Entwicklung begleiten zu dürfen!

Diese wundervolle Erfahrung durften wir mit unserem Pflegekind Rafael machen, seit jenem Tag im September 2017, als uns etwas unerwartet auf der Rolltreppe zur U-Bahn der Anruf mit dem Kindesvorschlag erreichte.

 

Eine neue Pflegefamilie für die siebenjährige Melanie

Ein Erfahrungsbericht von Melanies Pflegemutter

Eigentlich hatten wir gar nicht geplant, ein Pflegekind bei uns aufzunehmen. Doch als wir erfuhren, dass unser ehemaliges Krisenpflegekind Melanie nach fünf Jahren nicht mehr bei ihrer Pflegemutter bleiben durfte, war nach einem intensiven Familienrat klar, dass wir uns als Pflegefamilie anbieten würden. Wir wussten ja, dass es für ein siebenjähriges Kind nahezu unmöglich war, noch einen Platz in einer Familie zu finden, und wir wollten ihr das Aufwachsen in einem Heim oder einer Wohngemeinschaft auf jeden Fall ersparen.

Mit offenen Armen wurden wir jedoch nicht empfangen. Die Sozialarbeiterin in der Steiermark, wo Melanie damals lebte, hatte uns gegenüber eine sehr negative Haltung, obwohl sie uns gar nicht kannte. Erst fünf Monate, nachdem wir unseren Wunsch kundgetan hatten, Melanie bei uns ein Zuhause zu geben, bekamen wir einen Termin bei einer Sozialarbeiterin aus Wien. Das Schwierige war auch, dass so viele Behörden und fünf Sozialarbeiterinnen beteiligt waren, da Melanie, ein Wiener Kind, in der Steiermark untergebracht war und wir damals in Niederösterreich wohnten. Am Anfang hatte ich gar keinen Überblick, wer wofür zuständig war. Nach dem ersten Gespräch im August nahm dann jedoch alles seinen Lauf und Melanie durfte Ende Oktober zu uns übersiedeln.

Da wir seit Melanies Zeit bei uns in der Krisenpflege immer den Kontakt gehalten hatten, kannten wir einander natürlich schon, was die ersten gemeinsamen Wochen vereinfachte. Nach einer Zeit des Auslotens und gegenseitigen Herantastens kam es zu ersten Konflikten. Melanie war es gewöhnt, dass sie den Ton angab. In ihrer ehemaligen Pflegefamilie hatte sie wohl kaum Grenzen gesetzt bekommen, und es waren auch keine Geschwister da, die es ihr strittig gemacht hätten, im Mittelpunkt zu stehen. Ein „Nein“ von mir führte zu langen und heftigen Schrei- und Weinattacken. Nachdem kein anderer meiner Ansätze zu einer Besserung geführt hatte, versuchte ich, diese weitestgehend zu ignorieren und Melanie dennoch zu vermitteln, dass ich für sie da war. Nach den Wutanfällen kam sie dann, als ob nichts gewesen wäre, zu mir, und war besonders kuschelbedürftig. Im Laufe der Zeit schien meine Nichtbeachtung der Wutausbrüche eine positive Wirkung auf sie zu haben. Die Schreiattacken wurden immer kürzer und Melanie begann sogar, sich hinterher dafür zu entschuldigen. Nach einem guten halben Jahr waren diese für alle Beteiligten sehr anstrengenden Wutepisoden Geschichte. Einmal sagte Melanie zu mir: „Du bist die beste Mama auf der Welt, weil du auch manchmal ‚nein‘ sagst!“

Eine weitere Herausforderung stellten Melanies Schulprobleme dar. Vor allem in Deutsch tat sie sich sehr schwer, hatte große Probleme beim Lesen und Schreiben. Die vielen Schulwechsel durch die Umzüge hatten es ihr nicht leicht gemacht. Außerdem war sie extrem leicht abzulenken und konnte die erforderliche Konzentration weder in der Schule noch bei den Hausaufgaben aufbringen. Von mir forderte sie Hilfe bei den Hausübungen, meinte damit aber, dass ich die Denkarbeit für sie erledigen sollte. Natürlich machte ich die Aufgaben nicht für sie, was wieder zu Wutanfällen führte. Ich saß oft stundenlang mit ihr über den Hausaufgaben, wir übten viel, und nur langsam wurde sie selbständiger. Es war eine sehr nervenaufreibende Zeit. Doch auch hier zeigte Konsequenz Wirkung. Außerdem besuchten wir nun wöchentlich ein Lerncoaching, bei dem Melanie nicht nur ihre Konzentrationsfähigkeit zu verbessern lernte, sondern auch Lern- und Arbeitstechniken vermittelt bekam. Seit über einem Jahr macht Melanie ihre Hausaufgaben nun alleine und kommt nur, wenn sie wirklich Hilfe braucht. In der Schule hat sie sich deutlich verbessert und sie liest sehr gern.

Auch mit ihren neuen großen Geschwistern konnte sich Melanie nach und nach zusammenraufen. Natürlich gibt es immer noch Streitereien, aber alle Kinder haben nun ein besseres Gefühl für einander entwickelt. Melanie hält es inzwischen auch gut aus, nicht andauernd die ungeteilte Aufmerksamkeit zu haben.

Rückblickend muss ich sagen, dass ich bei Melanie oft viel konsequenter und strenger war als bei meinen leiblichen Kindern. Doch ich glaube, dass sie genau diese Klarheit dringend gebraucht hat. Heute ist sie zehn Jahre alt, hat viele Unsicherheiten und Ängste überwunden, ist selbständiger und selbstsicherer geworden. Ich bin sehr stolz auf sie!

 

Veranstaltungen

Pflegeelternbrunch im Wiener Rathaus

Stadtrat Jürgen Czernohorszky besucht den Pflegeeltern Brunch im Rathaus, und nutzt die Chance sich persönlich zu bedanken.
Copyright: PID/Votava Martin

Als Dankeschön für die Wiener Pflegefamilien kamen am 2. September viele Pflegefamilien auf Einladung des Stadtrates Jürgen Czernohorszky in den Arkadenhof des Wiener Rathauses zum gemeinsamen Brunch. Er informierte in seiner Eröffnungsrede über die geplanten neuen Anstellungsmodelle für Krisen – und Langzeitpflegeeltern.

EfKÖ war wieder mit einem Informationsstand vertreten und konnte viele interessante Gespräche mit angestellten Pflegeeltern führen und so manche Fragen zum Thema Anstellung beantworten. Ganz besonders freuten wir uns über den Besuch zahlreicher Kinder. Es gab wieder ein exzellentes Buffet, viele Spielstationen und musikalische Unterhaltung von Helga Bauer mit vielen Mitmach-Liedern.

„Energy for Life“ – Weihnachtsball in der Wiener Hofburg

Am 14. Dezember waren wir wieder mit einigen Pflegekindern beim festlichen Weihnachtsball in der Wiener Hofburg. Eingeladen hat die „Energy for Life-Social Foundation,  eine karitative Organisation, die sich um die Integration gesellschaftlich benachteiligter junger Menschen kümmert.

Gezeigt wurde eine Show mit Tanz, Gesang und Akrobatik. Unter dem Motto “Der Nussknacker und die Tanzfee” traten in diesem Jahr die Ballettakademie Waganowa aus St. Petersburg, der Mädchenchor der Wiener Sängerknaben, die Tanzschule Elmayer, Kiddy Contest Finalistin Ina Hofer mit dem BigsMile Kids and Teens Dance Club, das Performing Center Austria, die CliniClowns Austria, die Ballettschule der Wiener Staatsoper sowie das Sunrise Studios Vienna auf. Die bekannten Musical- und Theaterdarsteller Sandra Pires, Conny Mooswalder, Rita Sereinig, Axel Herrig, Peter Lodynski, Reinwald Kranner und Stefan Paryla-Raky nahmen Rollen im Stück ein.

Vienna Night Run

Gemeinsam mit rund 20.200 Teilnehmer*innen – Läufer*innen, Rollstuhlfahrer*innen und Nordic Walker*innen – haben wir mit Pflegeeltern am 26.9.2017 die Runde um den wunderschönen nächtlichen Wiener Ring gedreht. Nicht die Jagd nach Sekunden und Minuten stand im Vordergrund, sondern der Spaß am gemeinsamen Sport machen und die Mitmenschlichkeit. Das Startgeld kam der Organisation „Licht für die Welt“ zugute.

Fortbildungen für Pflegeeltern

Lesefrühförderung „Kirangolini“

„Kirangolini“ heißen die Kleinkindveranstaltungen der Büchereien Wien für Kinder zwischen 0 und 3 Jahren. In vielen Büchereien in ganz Wien wird ein bis zweimal im Monat gesungen, getanzt, musiziert und erzählt. Eltern und Betreuungspersonen haben in dieser Stunde die Möglichkeit, Elemente der Lesefrühförderung kennen zu lernen und sich Anregungen und Medien für zu Hause mitzunehmen. Wir waren im März mit 15 Pflegekindern und ihren Pflegeeltern in der Hauptbücherei. Hier wurde gelesen, gesungen und getanzt. Fingerspiele, Kniereiter und viel Sprachspielerei machten den Kindern und ihren Eltern Spaß – und Lust aufs Lesen.

In den Büchereien Wien gibt es rund 4.000 Hartdeckel-, Fühl- und Wimmelbücher für Kleinkinder zwischen 0 und 3 Jahren. Auch CDs mit Liedern und Reimen und sog. „Schirmbüchern“ (einfache Geschichten auf DVD) sind bereits für die jüngsten Besucher*innen geeignet. Für Betreuungspersonen gibt es Buchempfehlungen, in denen Tipps zum Thema Vorlesen und Sprachförderung gegeben werden. Kinder sind nie zu jung für einen Besuch in der Bücherei!

Drei Wanderungen

Unsere Frühjahrswanderung zum Halterbach

Unsere Familienwanderungen fanden wie schon in den vergangenen Jahren wieder großen Anklang. Wir trafen uns im Juni, Oktober und Dezember. Die Sommerwanderung fand wieder zum Halterbach statt. Dort erkundeten wir gemeinsam den Lebensraum Bach und seine Bewohner.

Im Herbst waren wir auf den Steinhofgründen. Frau Maga. Eva Bulwa führte die neugierig gewordenen Kinder in die nahe liegende Wiese, um sich auf die Suche nach Insekten zu machen. Diese wurden in der Becherlupe zum Bestimmen Frau Maga. Eva Bulwa präsentiert. Nach einiger Zeit fanden alle auf der bunten Wiese ein gemütliches Plätzchen für die Jause. Verschiedene Materialen aus der Natur wurden zum Tasten auf den Boden gelegt und die Kinder hatten die Möglichkeit, barfuß das Material zu spüren.

Zum Jahresende krönte die Winterwanderung unsere Outdoor-Aktivitäten. Wieder in den Steinhofgründen erforschten wir den Wald mit allen Sinnen, machen uns auf die Suche nach Bodenbewohnern. Da wir wundervolles Wetter hatten, bauten alle Kinderaus Ästen kleine Häuser. Zum Ausklang durfte jedes Kind mit einer Laterne den Weg erleuchten.

Tiergestütze Pädagogik am Schottenhof

Am 28. Juni 2017 gestaltete das „Ausbildungszentrum Schottenhof“ erstmalig einen Weiterbildungstag für Pflegeeltern. Die Leiterinnen Frau Michaela Jeitler und Frau Ina Keckstein freute die Kooperation ganz besonders. Zum einen weil sie überzeugt sind, dass Elemente der tiergestützten Pädagogik eine sinnvolle Bereicherung des Fachwissens von Pflegeeltern darstellen, zum anderen haben beide Frauen auch einen persönlichen Bezug zum Thema Pflegfamilien: Michaela Jeitler ist in einer Familie aufgewachsen, die Pflegekindern in Krisenzeiten ein Zuhause gegeben hat. Ina Keckstein hat vor vielen Jahren als Sozialarbeiterin beim Verein Efkö gearbeitet.

Neben der Vermittlung theoretischer Grundlagen, den Möglichkeiten und Grenzen tiergestützter Ansätze in der Pflegefamilie war es wichtig, dem Kontakt zwischen den Teilnehmerinnen und unseren Tieren Zeit zu geben und praktische Ideen für den Familienalltag weiter zu geben.

Der Tag war intensiv, spannend und bereichernd. Neben der Arbeit mit den Pferden wurden auch die anderen Tiere – eine Eselstute, ein Turopoljeschwein, Hunde, Katzen, Ziegen, Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen – miteinbezogen.

Themenschwerpunkt „Sucht“

In Zusammenarbeit mit dem „Verein Dialog“ führten wir vier Fortbildungen zu diesem Thema durch. Das maßgeschneiderte Basisseminar orientierte sich stark an den Fragen und Bedürfnissen der Teilnehmer*innen. Ziel war es, ein gemeinsames Verständnis für Sucht zu entwickeln, aktuelle Trends zu skizzieren und Möglichkeiten der Prävention aufzuzeigen.

In den Vertiefungsseminaren wurde der Umgang mit Handys, Internet, … und Alkohol genauer besprochen. Mit Hilfe von Rauschbrillen wurde die Beeinträchtigung durch Alkohol simuliert und einfachste Aufgaben aus dem Alltag wurden erschwert. Im zweiten Vertiefungsworkshop wurden Informationen und Tipps zur Umsetzung von präventiven Maßnahmen und Hilfestellung gegeben, Medienkompetenz von problematischem Online-Verhalten zu unterscheiden.

Biografiearbeit

Die Biografiearbeit mit Pflegekindern stellt aus fachlicher Sicht eine der Hauptaufgaben für Pflegeeltern dar. Manchmal kann das eine große Herausforderung darstellen und die ganze Familie sehr belasten. Das bedeutet, dass Pflegefamilien hier Unterstützung und Anleitung benötigen, aber es verlangt auch von den Pflegeeltern regelmäßige Auseinandersetzung mit dem Thema. „Eltern für Kinder Österreich“ bietet entsprechende Fortbildungen und Begleitung einzelner Familien im Rahmen der Familienberatungsstelle an.

Laufende Dokumentation der Biografiearbeit:
Unseren Fragebogen zum Thema Biografiearbeit für angestellte Pflegeeltern gibt es seit dem jahr 2009. Einmal im Jahr wird seitens der Pflegeeltern dokumentiert, in welcher Form die individuelle Biografiearbeit für das eigene Pflegekind stattgefunden hat. Mittels dieses Fragebogens wird erfasst, wie viel Zeit und Raum das Thema im Alltagsleben der Pflegefamilie einnimmt und welche Erfahrungen Pflegekinder bei der Auseinandersetzung mit ihrer ganz individuellen Biografie machen.
Begleitend dazu bietet EfKÖ allen neuen Pflegeeltern einen Workshop zum Thema Biografiearbeit an. Ziel dieser Workshops ist es, ein Grundverständnis für Biografiearbeit zu vermitteln und eine Anregung zu geben, dass eine gute Aufarbeitung der eigenen Biografie, die Voraussetzung dafür ist, für die Biografie unserer Kinder offen sein zu können. 45 Pflegeeltern haben im Jahr 2017 den verpflichteten Workshop absolviert.

Krisenpflege-Kontaktgruppe

Bei diesen Treffen kommen Krisenpflegeeltern gemeinsam mit ihren Krisenpflegekindern in einen Austausch mit anderen Krisenpflegeeltern.

Im Jahr 2017 fanden die regelmäßigen Treffen in der Spielothek des Hilfswerkes statt. Die Räumlichkeiten bieten den optimalen Platz für Kinder zum Spielen, Entdecken und Erforschen, währen die Mütter bzw. Väter Zeit für einen Austausch haben. Die Mitarbeiter*innen der Spielothek erfreuen uns immer durch ihre Gastfreundlichkeit.

Unter dem Motto „Grenzen setzen“

In dieser Fortbildung wurde speziell auf die notwendigen Bedürfnisse wie Selbstschutz, Gefahrenerkennung und Gefahrenvermeidung eingegangen. Neben wenigen ausgesuchten und wirkungsvollen Selbstverteidigungstechniken, die rasch erlernt werden können, bilden auch die psychologische Schulung und Rollenspiele eine wesentliche Grundlage für eine effiziente Selbstverteidigung. Durch die Förderung des Selbstvertrauens und die Angsterkennung übten wir Maßnahmen für ein selbstbewusstes Auftreten. Damit wird das Risiko, Opfer einer Gewalttat zu werden, reduziert. Wir lernten alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen und Hemmschwellen zu überwinden.

Die Kursleiterin Frau Mag. Weckauf-Hanzal: „ Das Erlernen unkomplizierter und effektiver Selbstverteidigungstechniken sowie das Wissen um psychologisch richtiges taktisches Vorgehen in Gefahrensituationen, soll Frauen eine realistische Chance in Notsituationen geben.“

Kooperation mit Crossfit Vienna

Zu Beginn des Jahres hatten wir die Möglichkeit, mit unseren Pflegeeltern und Pflegekindern den neuen Sporttrend CrossFit kennenzulernen. Neben interessanten Informationen über Gesundheit und Fitness sind wir auch bei einem gemeinsamen Workout ins Schwitzen gekommen.

CrossFit ist ein umfassendes Kraft- und Konditionstraining, das auf funktionellen Übungen basiert, die ständig variieren und mit hoher Intensität durchgeführt wer­den. Im CrossFit steht die Ganzheitlichkeit des menschlichen Körpers im Vorder­grund.  Das Ziel für die Kinder ist, ihnen die Freude an der Bewegung durch das Erlernen von neu­en Bewegungsabläufen kombiniert mit Spielen, Aufklärung über eine gesunde Le­bensweise unter fachlicher Betreuung näher zu bringen. „Kinder lernen in meinen Stunden nicht nur sich richtig zu bewegen, wodurch ihr Körperbewusstsein gestärkt wird, sondern auch über sich hinauszuwachsen. Auf spielerische Art und Weise vermittle ich den Kindern, dass Sport wichtig und gesund ist und vor allem SPASS macht“, so Mandy Mayerik, CrossFit Kids Trainerin bei CrossFit Vienna.

Julia Planicka, bei EfKÖ als Sozialarbeiterin tätig, befasste sich ausführlich mit diesem Thema in ihrer Masterthesis. „Körperliche Bewegung verbessert nicht nur die körperliche Gesundheit sondern beeinflusst auch das psychische Wohlbefinden und die sozialen Kompetenzen positiv. Besonders für Kinder, die in ihrem Leben schon viele Misserfolge und Traumata erlebt haben, können durch die positiven Effekte von körperlicher Bewegung im Gruppensetting gestärkt werden“, so Julia Planicka.

Körperliche Bewegung hat den Ruf anstrengend zu sein, aber dafür zu sorgen, dass wir gesund bleiben und uns besser fühlen. Warum dies so ist, wird oft gar nicht hinterfragt. Dr. Ratey, Professor für Klinische Psychiatrie, weist darauf hin, dass unter anderem Stressabbau, Reduktion von Muskelspannung oder die Ausschüttung von Endorphinen dafür verantwortlich sind und Muskelaufbau sowie eine Verbesserung der Kondition nur positive Nebeneffekte sind. Aufgrund von Zeitmangel und Bequemlichkeit verzichten viele Menschen aber auf regelmäßige Bewegung. Körperliche Bewegung sollte jedoch nicht als Luxus, sondern als notwendiger Bestandteil des Lebens anerkannt werden.“ (vgl. Ratey/Hagerman 2009 in Planicka 2016:206)

„Nach den Kinderschnupperstunden war Nino besonders begeistert und besucht seitdem regelmäßig die Kinderstunden. Die Freude an der Bewegung, die Gemeinschaft und die gewonnen Freunde sind aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Das Gefühl spielerisch neue Seiten an sich kennenzulernen und seine Grenzen auszutesten ist eine wertvolle Erfahrung.“

Quelle: Planicka Julia, (2015) Körperliche Bewegung, eine Ressource für Early School Leavers und NEET – Jugendliche beim (Wieder-)Einstieg in die Arbeitswelt. In Einflussfaktoren und Unterstützungsansätze für „Early School Leavers“ und „Not in Education, Employment or Training“- Jugendliche. Masterthesis in Kooperation mit der AK NÖ und Hagspiel M, Renisch P, Wyszecki N, 2015

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