Das neue Ausbildungssystem für Adoptivwerber*innen ab 2017

Reflexionsgruppen

Südafrika zu Besuch in Wien

IANA Treffen am 9. Juni 2017

Ein tolles Wochenende der Südafrikanischen Adoptions-Community in Annaberg

Das war das „Frühstück bei EfKÖ“

 

Das neue Ausbildungssystem für Adoptivwerber*innen ab 2017

Vorbereitung ist ein Prozess: Das neue Modulsystem für Inlands- und Auslandsadoptionen im Überblick

Mit 2017 startete eine völlige Neuordnung der Ausbildung für Adoptivwerber*innen, die EfKÖ als Ausbildungsträger im Auftrag der Stadt Wien /MAG ELF durchführt. Im Rückblick hat sich vor allem die Teilung in Orientierungsteil (1) und Ausbildung (2) sehr bewährt.

Zuerst starten alle mit dem Orientierungsteil. Alle Personen oder Paare, die sich nach dieser Orientierung entschließen, dass Adoption der richtige Weg der Familiengründung sein kann, absolvieren den Ausbildungsteil. An sieben Abenden (Module A1 – A7) werden wichtige Themen bearbeitet, in Vorträgen, Übungen, Gruppenarbeiten und Reflexionen nähern sich die Teilnehmer*innen dem Thema Adoption von verschiedenen Seiten. 

Nach dem Abschluss des Kurses kann das amtliche Bewilligungsverfahren, die  Eignungs-Feststellung, beim RAP (Referat für Adoptiv- und Pflegekinder der Stadt Wien) begonnen werden.

Für Adoptivwerber, die international adoptieren möchten, gibt es zusätzliche Spezialmodule (3): Den Auslandstag sowie zusätzliche Südafrika-Module für all jene, die aus diesem Land adoptieren wollen:

Wahlmodule 2017

Im Rahmen der Umstellung unseres Ausbildungssystems wurden auch die neuen Wahlmodule gestaltet. Abhängig vom Thema werden Adoptivwerber*innen in der Ausbildung bzw. während der Wartezeit, aber auch Adoptiveltern dazu eingeladen. Der Besuch eines Wahlmoduls ist für Adoptivwerber*innen in Ausbildung verpflichtend.

Diese Mischung aus Werber*innen und Adoptiveltern hat den Vorteil, dass Beispiele und Fragen aus der Praxis in den Ablauf einfließen, zum Austausch anregen und die Veranstaltungen einen engen Praxisbezug haben. Im Jahr 2017 haben 8 Wahlmodule mit insgesamt 118 Teilnehmer*innen stattgefunden.

Reflexionsgruppen

Reflexionsgruppe für Adoptiveltern von Teenagern

Wie schon im Vorjahr traf sich die Gruppe der Adoptiveltern auch regelmäßig 2017 in den Räumlichkeiten der Kornhäuslvilla.

Insgesamt sind es sechs Familien, die Kinder aus dem Ausland adoptiert haben. Die Sorgen der Eltern sind manchmal größer, manchmal wieder kleiner, aber immer wieder gab es auch Fortschritte zu vermerken. Die Gruppe wurde und wird moderiert von unserer Psychologin Mag. Maria Eberstaller. Der Austausch unter den Eltern und die gegenseitige Anteilnahme können hilfreich sein, um neue Wege im Umgang mit den Jugendlichen auszuprobieren.

Die Gruppe trifft sich auch im Jahr 2018 meist Mittwoch oder Donnerstag abends von 18,30 bis ca. 20,30 Uhr. Neue Adoptiveltern sind herzlich willkommen, eine Anmeldung per Email ist jedoch erforderlich. Anmeldungen bitte unter: m.eberstaller@efk.at

Wir freuen uns über Zuwachs!


Allgemeine Reflexionsgruppen

 Gerne sind wir bereit, weitere Reflexionsgruppen ins Leben zu rufen.

Melden Sie sich bei uns, wenn Sie an einer Spezialgruppe interessiert sind. Für Eltern, die aus dem Inland oder Ausland adoptiert haben, mögen Themen wie anonyme Geburt, offene Adoption, Entwicklungsverzögerungen, etc. Themen sein, über die sie sich gerne mit anderen Eltern austauschen wollen. Da die Zusammenstellung der Gruppen viel Zeit für die Organisation in Anspruch nimmt, wäre es hilfreich, wenn die Initiative von den Eltern selbst ausginge und EfKÖ dann beim Vernetzen unterstützte. Anfragen unter: m.eberstaller@efk.at


Südafrika zu Besuch in Wien

Vom 7. Bis 13. Juni 2017 waren wir Gastgeber für unsere Partnerorganisation IMPILO in Südafrika. Dieser internationale Austausch ist als sogenannter Evaluationsbesuch im Abstand von vier Jahren in unserem Ländervertrag mit Südafrika verankert. Er dient zur gegenseitigen Evaluierung der Adoptionspartner, der nach dem „Haager Abkommen“ abwechselnd einmal im „Geberland“ und einmal im „Aufnehmerland“ zu absolvieren ist.

Die Direktorin von Impilo, Frau Susan Krawitz (unten Mitte) und Frau Shirley Tlhokotsi (oben, zweite von links)

Die Direktorin von Impilo, Frau Susan Krawitz, und Frau Shirley Tlhokotsi, zuständige Sozialarbeiterin für Internationale Adoptionen, konnten sich während ihres Aufenthaltes ein Bild machen, wie EfKÖ arbeitet bzw. wie Adoptivkinder aus Südafrika in Österreich integriert sind.

Im Rahmen eines IANA-Treffens (Internationales Adoptions Netzwerk Austria) stellte Frau Krawitz parallel zu den Ländern Tschechien und Bulgarien das Prinzip der „Best Practice for Adoptions in South Africa“ vor. Einige anwesende österreichische Behörden konnten sich so ein genaues Bild von den Adoptionsprozessen in Südafrika machen.

Ein Treffen bei der Südafrikanischen Botschaft diente dazu, bestimmte Dokumentenabläufe zu evaluieren. Der Botschafter Herr Tebogo Seokolo sprach außerdem eine Einladung in seine Residenz für die gesamte Adoptions-Community anlässlich des Nelson Mandela Days aus.

Zum Abschluss ihres Aufenthaltes trafen Frau Krawitz und Frau Tlhokotsi einen Großteil der Adoptivfamilien im Rahmen des EfKÖ-Sommertreffens in den Blumengärten von Hirschstätten.

Viel Spaß beim Sommertreffen der Familien mit Kindern aus Südafrika

 

IANA Treffen am 9. Juni 2017:
Internationale Adoption – 4 Länder – 4 Perspektiven

Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, Vertreter*innen aus den Ländern Tschechien, Südafrika und Bulgarien, mit denen wir in der internationalen Adoption zusammenarbeiten, für unsere Fortbildung „Internationale Adoption – 4 Länder 4 Perspektiven“ im Juni 2017 zu gewinnen.

Mgr. Petra Jonášková & Mgr. Ondej Bouša (Zentrale Behörde, Tschechische Republik,), Sue Krawitz, (akkreditierte Organisation, Südafrika,) und Dr. Antoaneta Radonova, (Anwältin, Bulgarien,) gaben aus Sicht ihrer Funktion Einblick über länderspezifische Rahmenbedingungen, Erwartungen an Adoptivwerber und welche Kinder Eltern suchen. Dr. Robert Fucik vom Bundesministerium für Justiz ergänzte mit den Rahmenbedingungen und der aktuellen Situation in Österreich.

Mit dieser Veranstaltung wurde gleichzeitig die Tradition der „IANA-Treffen“ nach einigen Jahren Pause wieder fortgesetzt. Zu diesem Treffen kommen Mitarbeiter*innen der in Adoption involvierten Behörden, sowie aus Vereinen aus ganz Österreich zusammen, um sich Impulse durch Fachvorträgen zu holen, Fachthemen zu diskutieren und sich auszutauschen. Wir konnten Vertreter*innen von Behörden und Vereinen aus den Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und Wien als Teilnehmer*innen begrüßen.

Die Teilnehmer*innen des IANA-Treffens in der Kornhäusl-Villa in Wien Ottakring

Das Feedback war allgemein positiv, die Teilnehmer*innen, von denen manche zum Teil noch nicht lange in ihren Funktionen waren, fanden sowohl den fachlichen Input als auch das Kennenlernen und den Austausch mit Kolleginnen sehr hilfreich.

 

Ein tolles Wochenende
der Südafrikanischen Adoptions-Community in Annaberg

Vom 25.-27.8.2017 war es wieder soweit! 30 Familien mit ca. 50 Kindern im Alter von 1 bis 16 Jahren trafen sich beim JUFA-Hotel Annaberg in Niederösterreich, eine sehr schöne und kindgerechte Unterkunft mitten in den Bergen. Freitag war Ankunftstag. Wie immer interessierte und neugierige Blicke, soviele dunkelhäutige Kinder auf einem Fleck …!

Ein Wochenende mit einem wundervollem Programm für die Südafrika-Community

Am Abend gab es zwei Elterngruppen. Unsere Geschäftsführerin DSA Helena Planicka traf sich zu einer Gesprächsrunde mit den Eltern der älteren Kinder, und unsere Psychologin Mag. Maria Eberstaller mit der Gruppe der Eltern mit den jungen Kindern. Es war ein ungezwungener Austausch über Herausforderungen und Erfahrungen, mit vielen Tipps von bereits „altgedienten“ Eltern. Dank der tollen Organisation und Planung konnten wir danach den Abend an der Bar entspannt ausklingen lassen.

Am Samstag dann der gemeinsame Ausflug zu Jochis Höfe: Es gab eine Wanderung mit Kräuterführung und anschließender gesunder Jause am Hof. Danach Spiel und Spaß am Abenteuer-Bauernhof mit Reiten, Go-Kart fahren, Trampolin springen und vieles mehr. Nach einem Mittagessen gab es für die Großen noch eine Wanderung in die Ötschergräben, und abends zum stimmungsvollen Ausklang noch eine Fackelwanderung.

Ein Hauptanliegen dieser Wochenenden ist es, zwischendurch immer wieder mit Familien ins Gespräch zu kommen, die ein besonderes Anliegen haben, und die Vernetzung von Familien mit gleichen Themen.

Diesmal waren auch einige Familien aus den Bundesländern dabei, über deren Teilnahme wir uns besonders freuen. Genauso schön ist es, dass es mittlerweile eine große Community der Familien aus Wien und Niederösterreich gibt, die von Anfang an immer dabei waren und deren Kinder mittlerweile „dicke“ Freunde geworden sind.
Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und hoffen, dass alle wieder dabei sein werden. Geplant ist das Treffen wieder im JUFA Hotel Annaberg.
Anmeldung und Info unter: b.meisterl@efk.at

 

Das war das „Frühstück bei EfKÖ“

Am Samstag, den 25. Oktober, wurden interessierte Adoptivwerber*innen in der Wartezeit wie auch Adoptiveltern im bis auf den letzten Platz gefüllten Restaurant Michls mit einem wunderbaren Frühstücksbuffet verwöhnt und konnten danach mit voller Aufmerksamkeit unseren drei Gästen am Podium zuhören.

Claudia Reiterer (ORF), Sonja Kato-Mailath-Pokorny (Moderatorin) und Thomas Mohr (Puls 4), die alle drei als Adoptiv- oder Pflegekinder aufgewachsen sind, erzählten aus Ihrem Leben, von ihren Erfahrungen, Bedürfnissen, Bewältigungsstrategien und davon, was sie so stark gemacht hat.

Von links: Thomas Mohr (Puls 4), Claudia Reiterer (ORF), Sonja Kato-Mailath-Pokorny (Moderatorin

Wie bereits letztes Jahr waren die zwei Stunden unglaublich interessant, inspirierend, bewegend und Mut machend. Vielleicht gelingt es einigen Zitaten, den Leser*innen ein wenig von der besonderen Atmosphäre und der besonderen Ausstrahlung unserer drei Gäste zu vermitteln:

„Das Wichtigste ist: Darüber zu reden!“

„In der Pubertät ist es zu spät!“ (zur Biografiearbeit)

„Lasst das Kind das werden, was es werden will! Eltern stülpen so oft ihre Erwartungen auf das Kind….“

„Meine Adoptivmama hat alles richtig gemacht: Mir die Wahrheit erzählt, mit viel Wertschätzung.“

„Die Fähigkeit zu Lieben war in mir von Beginn an vorhanden; gegossen wurde das Pflänzchen von meiner Adoptivmama!“

„Was muss eine Mutter ihrem Kind ersparen wollen, dass sie es freigibt?“

„Familie bedeutet für mich die Abwesenheit von Lüge.“

„Ja, ich hatte einen Rucksack, auch mit Belastungen; aber es war ein Rucksack voller Proviant, den meine Adoptivmutter gepackt hatte!“

„Fragen nach der Herkunft stellen immer die Anderen! Für mich selbst war alles ganz selbstverständlich: Jeder kann Familie sein!“

„Was man draus macht- darauf kommt es an!“

Wir danken dem Podium für die berührenden, persönlichen, authentischen Wortmeldungen und dafür, dass alle Anwesenden so viel lernen durften!

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